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Slava Gorpishin denkt mit mittlerweile 40 noch nicht ans Aufhören / HF heute zu Gast in Wolfen

Einmal Olympiasieger, immer Olympiasieger

Handball (jab). Die Videoanalyse als Vorbereitung auf das Spiel am heutigen Sonnabend (18.30 Uhr) bei der HSG Wolfen machte Sven Lakenmacher, Spielertrainer von Regionalligist HF Springe, am Donnerstag ausnahmsweise vor dem Training. Nach der Übungseinheit wurde gefeiert. Denn Slava Gorpishin gab einen aus. Am Mittwoch wurde der Abwehrchef 40 Jahre alt.

Mit mittlerweile 40 zwickt es hier und da zwar schon.,

Ans Aufhören denkt der Zwei-Meter-Hüne deshalb aber nocht nicht. Lakenmacher habe ihn schon angesprochen, ob er in der kommenden Saison noch dabei ist. „Ich habe gesagt: klar. Es wird aber noch schwerer“, so Gorpishin, den nach dem Training mittlerweile öfter der Muskelkater plagt. Mit 40 kein Wunder: „Ich spiele seit 33 Jahren Handball“, sagt er. Für Lakenmacher ist Gorpishin wegen seiner Erfahrung aber nach wie vor „unverzichtbar“.

Beweisen muss Gorpishin niemandem mehr etwas. Er hat alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt: Viermal nahm er mit der russischen Mannschaft an Olympischen Spielen teil, gewann 1992 in Barcelona und 2000 in Sydney Gold, 2004 in Athen Bronze. „Das ist eine gute Quote sagt er grinsend“. 1997 wurde er in Japan zudem Weltmeister. Dieser Titel reiche an Olympiagold aber nicht heran: „Nach der nächsten WM bist du Ex-Weltmeister“, sagt er, „aber du bist nie Ex-Olympiasieger.“

Seine Medaillen liegen in einer Hildesheimer Bank im Tresor. „Es gab in letzter Zeit viele Einbrüche in Hildesheim“, sagt er. Vor sechs Jahren kam er in die Domstadt, spielte vier Jahre für die Eintracht. Zuvor war er für die TSG Friesenheim und sechs Jahre für die SG Leutershausen aktiv. Seine erste Station in Deutschland war aber 1995 die HSG Erlangen, mit der er den Aufstieg in die 2. Liga schaffte.

Aus der HF-Abwehr ist er aber nicht wegzudenken, und auch im Ang
  • Aus der HF-Abwehr ist er aber nicht wegzudenken, und auch im Angriff ist er gefährlich.
Slava Gorpishin hat alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt, zul
  • Slava Gorpishin hat alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt, zuletzt mit den HF Springe den Titel in der Oberliga (großes Bild). Mit mittlerweile 40 zwickt es hier und da zwar schon (kleines Bild links), aus der HF-Abwehr ist er aber nicht wegzudenken, und auch im Angriff (kleines Bild rechts) ist er gefährlich.

Der soll nun auch mit den HF Springe her, wenn nicht in dieser, dann in der kommenden Saison. „Wenn noch ein, zwei starke Spieler kommen, dann muss der Aufstieg das Ziel sein, ganz klar“, sagt Gorpishin, „dann machen wir Hildesheim Konkurrenz.“ Bei der Eintracht spielt sein Sohn Sergej in der D-Jugend. „Aber er soll sich mehr auf die Schule konzentrieren“, sagt der 40-Jährige und fügt lachend hinzu: „Ein Handballer in der Familie reicht.“

In Wolfen wollen Gorpishin und Co heute Revanche für ihre bislang einzige Heimniederlage. Der Knackpunkt beim 34:35 Ende September: „Die schlechte Abwehrarbeit“, sagt Lakenmacher, der bis auf Maik Bodenburg alle Mann an Bord hat., „wir haben zu körperlos gespielt.“ Beim deutlichen Sieg zuletzt gegen Köthen packten die Springer dagegen richtig zu. „Wenn wir davon nur 80 Prozent zeigen, gewinnen wir in Wolfen“, sagt Gorpishin optimistisch. Er muss es wissen, schließlich ist er Olympiasieger – für immer.

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