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Jan Hesse über den Spagat von Leistungssport und Berufsausbildung, Wohngemeinschaft und London

„Die Olympischen Spiele 2012 sind mein Ziel“

Schwimmen. „Gold und Silber hätt‘ ich gern – könnt‘s auch gut gebrauchen.“ Gemäß dieser musikalischen Volksweise handelte Jan Hesse bei den Deutschen Meisterschaften der Schwimmmeister in Dortmund. Sieben Mal durchkreuzte er das Becken – vier Mal stand er bei der Siegerehrung ganz oben auf dem Treppchen.

Stolz präsentiert der Springer Jan Hesse seine gesammelten Pokal

Autor:

Dieter Gömann

Vier Mal wurde er Einzelsieger über 100 Meter Freistil in 0:52,90 Minuten, 100 Meter Rücken (1:05,55), 50 Meter Schmetterling (0:25,69) und im Dreikampf (1:15,81). Hier wurden den Teilnehmern die Disziplinen 25 Meter Tauchen, 50 Meter Freistil und 25 Meter Abschleppen abverlangt. Daneben errang er drei Mal mit seinen niedersächsischen Kameraden den Titel in den Staffelrennen.

Der 20-Jährige, gekürt zum „Sportler des Jahres 2010“ in seiner Heimatstadt und der derzeit seine Ausbildung beim Bäderamt der Stadt Hannover zum staatlich geprüften Schwimmmeister absolviert, kann in jüngster Zeit auf zwei tolle Berufungen verweisen.

Da ist zum einen seine Aufnahme in das Team „London 2012“. Zusammen mit Christin Zenner (Hildesheim) zählt Hesse zu den einzigen niedersäschsischen Schwimmern, die sich in dem Team wiederfinden, das vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) für alle olympischen Sportarten gebildet wurde. Aufgrund seines zweiten Platzes in seiner Paradedisziplin über 100 Meter Schmetterling bei den Deutschen Meisterschaften im Frühjahr dieses Jahres in Berlin wurde der Springer durch den Deutschen Schwimmverband berufen.

„Das ist für mich auf dem sportlichen Sektor eine große Ehre und Verpflichtung zugleich. Ich werde hart dafür trainieren, die Fahrkarte zu den Olympischen Spielen zu erringen. London ist mein ganz großes Ziel“, so Hesse gegenüber dieser Zeitung.

Und bescheiden, wie er sich allgemein gibt, fügt er sachlich hinzu: „Wenn meine Leistungen und vor allem die vorgegebenen Richtzeiten nicht stimmen, dann bin ich 2016 mit 26 Jahren auch noch immer kein Schwimm-Opa.“

Die zweite Berufung geht eigentlich mit der ersten einher: Jan Hesse wurde in den Kader des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) berufen. Dies hat zur Folge, dass er in unregelmäßigen Abständen zu Trainingsmaßnahmen nach Hamburg reist, wo die Kaderschulung vornehmlich das Techniktraining umfasst.

Auch in seinem sportlichen Umfeld hat sich so einiges verändert. Seine Einzelwohnung in Hannover hat Hesse aufgegeben. „Seit drei Wochen lebe ich in einer Wohngemeinschaft mit weiteren elf Leistungssportlern im unteren Wohnbereich des Sportinternats in Hannover.“

Die hoch moderne Einrichtung in unmittelbarer Nachbarschaft zur Akademie des Sports neben der AWD Arena wurde Anfang August dieses Jahres eingeweiht und ist in Art, Umfang und Intention einmalig in der Bundesrepu-blik.

Hier finde ich optimale Bedingungen vor und vor allem kurze Wege zum Training im Leistungszentrum des Bundesstützpunktes Hannover am Ferdinand-Wilhelm-Fricke-Weg“, so Hesse.

Und die kurzen Wege zum Training sind besonders wichtig neben der beruflichen Ausbildung. So steht morgens von 6 bis 8 Uhr das Frühtraining auf dem Programm, das nach der Arbeit, die bis 14.30 Uhr andauert, seine Fortsetzung in der zweiten Tageseinheit am Nachmittag findet.

Apropos Training: Das allgemeine Stühle-Rücken in der Führung des Landesschwimmverbandes Niedersachsen (LSN) hatte zur Folge, dass Jan Hesse nicht mehr auf seinen bisherigen Landestrainer Manfred Thiesmann bauen kann. „Sein Vertrag wurde nicht verlängert. Jetzt bin ich unter den Fittichen von Dipl.-Trainerin Beate Schroeder (Oldenburg). Die Zusammenarbeit klappt bestens“, so Hesse.

Vom heutigen Donnerstag bis einschließlich Sonntag hat für den Springer der Sport einmalmehr Vorrang. In Wuppertal finden die Deutschen Kurzbahnmeisterschaften statt. Da geht er für die Wasserfreunde 98 Hannover sowohl in den Einzelrennen als auch in der Staffel an den Start.

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