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Ines Heinze aus Völksen und Günther Vogt aus Springe beim Extremsport-Event Strongman-Run

Der Reiz, an die körperlichen Grenzen zu gehen

Leichtathletik (jab). 18 Kilometer laufen – das schaffen Ines Heinze aus Völksen und Günther Vogt aus Springe, beide erfahrene Marathonis, ohne Training, quasi aus dem Stand. Die 18 Kilometer beim „Fisherman’s Friend Strongman-Run“ in Weeze an der holländischen Grenze sind allerdings alles andere als ein Spaziergang. Denn dabei gilt es insgesamt 32 Hindernisse zu überwinden. Durchkommen ist alles beim Strongman – Heinze und Vogt haben es geschafft.

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Vogt sogar schon zum zweiten Mal. „Es ist eine Riesen-Spaßveranstaltung“, sagt er. Meterhohe Strohballen-Hindernisse überwinden, an Netzen rauf- und wieder runterklettern, durch den Schlamm robben, über Berge aus alten Autoreifen rennen und durch drei Meter tiefe Pfützen schwimmen – warum tut man sich das an? „Ich brauche so was zur Bestätigung, dass ich es noch kann“, sagt der 55-Jährige lachend. Und für Heinze, 40, ist es der Reiz, „an meine körperlichen Grenzen zu gehen“.

Das taten auf dem neun Kilometer langen Parcours auf dem Flughafengelände in Weeze, der zweimal durchlaufen wurde, insgesamt 6000 Teilnehmer. Die Prominentesten: Musiker und Extremsportler Joey Kelly und der australische Olympiaschwimmer Michael Klim.

In einer Zeitschrift hatte Heinze vom Strongman gelesen „und ich habe gleich gedacht: Super, das ist was für mich“, erzählt sie. Es wurde eine Riesen-Gaudi für sie, auch weil die Läufer auf der Strecke zusammenhielten. „Ich bin ja nicht besonders groß“, sagt sie. „Deshalb war ich an den Hindernissen öfter auf die Hilfe der Herren angewiesen. Das hat super geklappt, ich musste nicht mal fragen.“

Ines Heinze.
  • Ines Heinze.
Günther Vogt
  • Günther Vogt
Eines der härtesten Hindernisse: Das Spinnennetz.
  • Eines der härtesten Hindernisse: Das Spinnennetz.

1,95-Meter-Hüne Vogt hatte es da leichter, etwa beim „Canale Grande“, einem drei Meter tiefen Wasserloch, das es zu durchschwimmen galt. „Bei drei Grad Wassertemperatur nicht so prickelnd“, so Vogt. Aber auch nicht so schlimm, schließlich seien Rettungsschwimmer und Sanitäter vor Ort gewesen – Ines Heinze watete trotzdem lieber am Rand durch, wo ihr das Wasser nur bis zum Bauchnabel reichte.

Dennoch war sie in 2:50 Stunden noch sieben Minuten schneller als Vogt. Zum Vergleich: Der Sieger, Student Knut Höhler aus Göttingen, brauchte nur 1:34. Die schnellste Frau im Feld, Mira Räker aus Dortmund, war nach genau zwei Stunden im Ziel.

Im Ziel war Heinze am Ende ihrer Kräfte, an ihre Grenzen sei sie aber noch nicht gekommen, sagt sie. Die will sie im Mai beim 72 Kilometer langen Rennsteig-Marathon in Thüringen wieder austesten. Bis dahin dürfte ihr Muskelkater abgeklungen sein. Den hat sie an Stellen, „von denen ich gar nicht wusste, dass ich da Muskeln habe“, erzählt sie lachend.

Nicht alle Teilnehmer hatten nur Muskelkater. Zwei Hindernisse nahmen die Veranstalter aus dem Programm, nachdem sich zwei Sportler die Beine gebrochen hatten. Heinze kam dagegen glimpflich davon: „Meine Fingernägel sehen noch nicht wieder ganz ladylike aus“, sagt sie.

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