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Was kostet mein Sport? (5): Judoka Annika Wittekindt

Den DM-Titel immer im Blick

Judo (klm). Aus dem Japanischen übersetzt heißt Judo: „Sanfter Weg“. Was nicht heißt, dass die Sportler sich mit Samthandschuhen anfassen. Verletzungen an Armen und Schultern sind gar nicht so selten. „Aber wenn man sich richtig fallen lassen kann, ist das eigentlich kein Pro-blem“, wiegelt Annika Wittekindt entspannt ab. Die 14-Jährige muss es wissen, sie zählt zu den größten Talenten Niedersachsens.

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Mit sechs Jahren hat sie mit Judo angefangen und folgt damit der Leidenschaft ihrer Mutter Katrin und den drei Schwestern Maike, Merle und Katinka. In der Altersklasse U14 war sie zweimal Norddeutsche Meisterin, vor Kurzem holte sie diesen Titel sogar als eine der jüngsten Teilnehmerinnen in der Altersklasse U17.

Mittlerweile trägt Annika den blauen Gürtel. Es fehlt ihr also nur noch der braune Gürtel, bevor sie den berühmten schwarzen Meistergürtel in Angriff nehmen könnte. Dafür hätte sie mit 14 das nötige Alter erreicht, doch alleine die Vorbereitungszeit dafür beträgt mehr als ein Jahr.

Die bisher abgelegten Prüfungen und Turniererfolge werden im persönlichen Judopass eingetragen, für den jeder Judoka einmalig 10 Euro bezahlt. Wer an Wettkämpfen teilnimmt zahlt pro Saison zusätzlich 16,50 Euro für die so genannte Sichtmarke.

Annikas Ehrgeiz ist groß. Sie will in den Bundeskader – und hat den Titel der Deutschen Meisterin dabei immer im Blick. Dafür arbeitet sie jeden Tag hart an sich. Inzwischen wechselte sie sogar auf das Teilzeitinternat in Hannover, um tägliches Training und Schule besser unter einen Hut zu kriegen. „Man lernt ständig neue Sachen und kann sich verteidigen. Es ist einfach lustig. Und ich mag es, mich in Übungskämpfen auszutesten“, erklärt das Leichtgewicht seine Leidenschaft für Judo.

Aufgeregt ist sie vor Turnieren aber immer noch. „Das legt sich erst nach dem ersten Kampf. Manchmal steht Annika wippend an der Matte, weil sie einfach heiß aufs Kämpfen ist“, erzählt Mutter und Trainerin Katrin.

Ungefähr einmal im Monat stellt Annika bei Turnieren ihr Können unter Beweis. Mittlerweile ist sie bundesweit unterwegs – für Fahrt- und Übernachtungskosten gehen im Jahr knapp 2000 Euro drauf. Die Startgelder übernimmt der Verein, vom niedersächsischen Judoverband gibt es ab und zu Zuschüsse für Lehrgänge.

„Judo vereint so viel“, sagt Katrin Wittekindt. „Körperschulung, Spaß, Motorik, Selbstbewusstsein – und andere Sportelemente wie Salto und Flic-Flac werden im Training gleich mit gelernt.“ Und abgesehen von einem Judo-Anzug, den es schon ab etwa 25 Euro gibt, brauchen Anfänger dafür nur ihren Körper.

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