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Darum verlässt Kolditz die HF Springe

SPRINGE. Arbeiten und Handball spielen in Springe – das schien für Maximilian Kolditz im vorigen Jahr bestens zusammenzupassen. Er verlängerte seinen Vertrag bei den HF um drei Jahre. Doch jetzt machte ihm der Beruf einen Strich durch die Rechnung.

Maximilian Kolditz geht mit einem weinenden Auge: „Ich habe mich mit dem Verein und der Mannschaft voll identifiziert“, sagt der Linksaußen. Foto: Bertram
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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

Mit dem Trainingspensum in der 3. Liga ist sein Job bei einer Immobilienverwaltung nicht mehr vereinbar. Am Dienstag unterschrieben Kolditz und HF-Manager Dennis Melching den Auflösungsvertrag (NDZ berichtete).

„Ich muss oft zu Eigentümerversammlungen – und die finden abends statt“, sagt der 26-Jährige, der nur ungern geht. „Ich habe mich mit dem Verein und der Mannschaft voll identifiziert. Die sechs Jahre in Springe waren meine schönste Zeit mit dem Zusammenhalt, den Erfolgen, selbst mit den Tiefschlägen.“

Kolditz spielt auf den Zwangsabstieg aus der 2. Liga vor einem Jahr an und auf die Unruhen zu Beginn der Rückrunde in der abgelaufenen Saison. Vor allem aber auf sein Verletzungspech. Seit fast eineinhalb Jahren löste eine Blessur die nächste ab, vielleicht bei einem Dutzend Pflichtspielen stand er in der Zeit auf der Platte. „Deshalb und wegen des Berufs macht es Sinn, jetzt kürzer zu treten“, sagt Kolditz.

Zu Ende soll seine Karriere noch nicht sein. Er will in die Oberliga wechseln. Fix ist noch nichts, am wahrscheinlichsten ist aber ein Engagement beim Verbandsliga-Meister SF Söhre, der vom ehemaligen HF-Coach Sven Lakenmacher trainiert wird. Unter ihm hatte Kolditz bei den Handballfreunden seine erfolgreichste Zeit.

In Springe gehörte Kolditz, der 2011 – zunächst mit Zweitspielrecht – vom damaligen Erstligisten Eintracht Hildesheim kam, zu den Publikumslieblingen, die NDZ-Leser wählten ihn zum Sportler des Jahres 2015. Ein offizieller Abschied beim letzten Heimspiel war Kolditz allerdings nicht vergönnt, dabei hatte er sich lange vorher mit Melching mündlich auf die Vertragsauflösung geeinigt. Er kartet nicht nach: „Ich bin ja froh über das Verständnis von Dennis und dass er meiner Bitte stattgegeben hat.“

Noch offen ist, wer sich künftig die Linksaußen-Position mit Kapitän Fabian Hinz teilen wird. Die wahrscheinlichste Option ist HF-Eigengewächs Jakob Bormann, der wegen Kolditz’ Verletzungspech schon in der abgelaufenen Saison fast immer dabei war – und seine Sache gut machte.

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