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Alles anders, als vor einem Jahr: In Springe herrscht nach NDZ-Cup Euphorie, in Eldagsen Trübsinn

Beim FCS packen alle an, beim FCE zu wenige

Fußball. Was für ein Gegensatz. Vor einem Jahr noch war die Stimmung beim FC Springe am Tiefpunkt. In der Bezirksliga im Abstiegskampf, beim NDZ-Cup in der Vorrunde raus. Jetzt herrscht beim FCS die pure Euphorie. In der Liga überwintert die Mannschaft auf Platz 2, den 14. NDZ-Cup gewann sie am Wochenende. Den Kontrast dazu liefert der FC Eldagsen. Der kämpft nach der durchweg erfolgreichen Saison 2008/09 nun in der Bezirksliga um den Klassenerhalt. Beim NDZ-Cup reichte es zwar fürs Halbfinale, Trainer Karsten Bürst war aber nicht zufrieden.

Die Spieler des FC Springe (von links: Dennis Offermann, Mark He

Autor:

Jan-Erik Bertram

„Stimmung hat sich um 180 Grad gedreht“

„Die Stimmung hat sich um 180 Grad gedreht“, sagt Springes Kapitän Stefan Meyer, „aber das ist ja klar, wenn man Erfolg hat.“ Mit so viel Erfolg war vor einem Jahr allerdings noch nicht zu rechnen. Woran liegt‘s also? Meyer: „Alle haben viel dafür getan: die Mannschaft, der Trainer und der Vorstand.“ In der Vorsaison hätten sich nach dem guten Saisonstart mit zehn Punkten aus vier Spielen viele Spieler auf dem Erfolg ausgeruht. Das sei jetzt anders: „Die Mannschaft arbeitet hart daran, fit zu sein“, sagt Meyer. Durch die Oberliga erfahrenen Zugänge Dennis Melching, Sascha Buchholz und Daniel Hake sei zudem das Niveau im Training gestiegen. „Sie bringen sich aber auch menschlich super ein.“

Das freut auch Trainer Franz Genschick, der den NDZ-Cup erstmals als Trainer der Gastgeber erlebt hat. Das Turnier organisiert die Mannschaft gemeinsam mit Manfred Haller komplett selbst. „Das habe ich in noch keinem Verein erlebt, was die an dem Wochenende auf die Beine gestellt haben. Jeder packt irgendwo mit an.“ Das fängt beim Brötchen schmieren morgens an und endet abends beim Aufräumen der Halle.

Der neue Teamgeist zahlt sich aus. Eine Serie von drei Pleiten in Serie brachte den FCS in der Bezirksliga ebensowenig aus dem Rhythmus, wie jetzt das Beinahe-Aus in der Vorrunde des NDZ-Cups. Genschick fand danach klare Worte, die offenbar ankamen. „Er ist akribisch dabei“, sagt Meyer, „wir telefonieren täglich.“

Beim FC Eldagsen ist die Stimmung dagegen getrübt, Trainer Karst
  • Beim FC Eldagsen ist die Stimmung dagegen getrübt, Trainer Karsten Bürst würde sich von allen Spielern so viel Engagement wünschen, wie etwa von Adrian Gottschalk (Foto).

Der volle Einsatz von Allen ist genau das, was Bürst beim FCE derzeit vermisst. „Wir können uns doch nicht nur darauf verlassen, dass André Gehrke die Tore schießt. Die Verantwortung muss auf mehrere Schultern verteilt werden“, sagt er. Schon am Sonntag nach dem NDZ-Cup nahm er die Mannschaft ins Gebet, beim Training am morgigen Mittwoch wird er noch einmal Tacheles reden.

Die mannschaftliche Geschlossenheit, seit Jahren der große Trumpf des FCE, sei nach wie vor „absolut okay“, betont Bürst, „aber es sind nicht alle so bei der Sache, wie man sich das vorstellt.“ Das gelte nicht nur für den Endrundentag beim NDZ-Cup, als die Schwarz-Gelben an die starke Vorrunden-Leistung nicht anknüpfen konnten. Auch im organisatorischen Bereich würden sich zu viele darauf verlassen, dass irgendwer schon alles regele. Beispiel: Das FCE-Hallenturnier, dass in diesem Jahr ausfällt, weil sich niemand um die Halle kümmerte. Bürst ist um seine Mannschaft in der Bezirksliga dennoch nicht bange: „Ich bin überzeugt, dass wir die Klasse halten, aber wir haben viel Arbeit vor uns.“

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