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Drei heimische Radsportler treten bei der Tour Transalp in die Pedale / 20 000 Höhenmeter warten

Auf zwei Rädern über 18 Alpenpässe

Von Jan-Erik Bertram

Radsport. Nudeln, das weiß Berthold Voges jetzt schon, wird er am nächsten Wochenende nicht mehr sehen können. Auch keine Müsliriegel und Iso-Getränke. Vom morgigen Sonntag an werden Kohlehydrate für sieben Tage aber den Speiseplan des Münderaners bestimmen. Dann beginnt die Tour-Transalp, ein Jedermann-Rennen über knapp 800 Kilometer vom bayerischen Mittenwald bis ins italienische Arco. Auf dem Weg sind 18 Pässe in den österreichischen Alpen zu passieren – insgesamt 20 000 Höhenmeter.

Die atemberaubende Aussicht in den Alpen entschädigt Uwe Altmann

Von Jan-Erik Bertram

Radsport. Nudeln, das weiß Berthold Voges jetzt schon, wird er am nächsten Wochenende nicht mehr sehen können. Auch keine Müsliriegel und Iso-Getränke. Vom morgigen Sonntag an werden Kohlehydrate für sieben Tage aber den Speiseplan des Münderaners bestimmen. Dann beginnt die Tour-Transalp, ein Jedermann-Rennen über knapp 800 Kilometer vom bayerischen Mittenwald bis ins italienische Arco. Auf dem Weg sind 18 Pässe in den österreichischen Alpen zu passieren – insgesamt 20 000 Höhenmeter. 1200 Sportler aus 24 Nationen machen mit, darunter auch zwei weitere heimische Radfahrer: Wolfgang Steinmeyer aus Springe und Uwe Altmann aus Eldagsen.

Alle drei sind Wiederholungstäter. Für Jansen (59) und Steinmeyer (62) ist es jeweils die dritte Teilnahme, Altmann (47) ist zum zweiten Mal dabei. Die Herausforderung ist es, die alle drei antreibt, auf Sieg fährt aber keiner von ihnen. In Zweierteams geht es bei der Transalp über die Berge, gewertet wird nur die Zeit des langsameren. Steinmeyer fährt gemeinsam mit dem ehemaligen Gestorfer Olaf Hatesuer, der jetzt in Stuttgart lebt, für das Team „Stramme Kette“ aus Gehrden. Altmann ist mit einem Kollegen aus Stade unterwegs und Jansen hat einen Partner vom Bodensee.

Gesund ankommen ist für alle das Wichtigste – das ist leichter, wenn man weiter hinten fährt. „Auf den vorderen Plätzen geht es um Geld“, sagt Steinmeyer, „da gibt es an der Spitze manchmal Gedränge, da liegt man schnell auf der Nase.“ Er und Hatesuer lassen es langsam angehen, halten auf jedem Pass an, um ein Foto zu machen. „Ich schiebe das Rad auch schon mal, wenn es zu steil wird“, gesteht der Springer.

Wolfgang Steinmeyer (r.) und Olaf Hatesuer auf dem Gavia-Pass &n
  • Wolfgang Steinmeyer (r.) und Olaf Hatesuer auf dem Gavia-Pass – das Team „Stramme Kette“ hat sich vorgenommen, auf jedem Pass ein Foto zu machen.

Ganz so gemächlich lassen es Altmann und sein Partner nicht angehen. In der vorderen Hälfte ihrer Altersklasse, den Grand Masters (beide Teampartner sind zusammen mindestens 100 Jahre alt) wollen sie landen. 4000 Trainingskilometer hatten die beiden sich vorgenommen, 6000 wurden es. „Dem Vulkan sei Dank“, sagt Altmann – die Aschewolke hatte seinen Mallorca-Urlaub im April um fünf Tage verlängert. „Das waren 600 Kilometer extra“, sagt er. Langsam genug ist aber auch er noch am Berg: „Man hat viel Zeit, die Landschaft zu genießen“, sagt Altmann. Und die sei „richtig geil“.

Zu den atemberaubenden Panoramen käme die tolle Organisation, sagt Voges. Auf gesperrten Straßen geht es über die Alpen. „Man kommt sich vor wie bei den Profis“, sagt Voges, der von seiner Frau begleitet wird, genau wie Steinmeyer. Für den endet die Transalp-Tour mit dem immer gleichen Ritual: einem Sprung ins Wasser – diesmal im Gardasee.

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