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„Springe Open“ haben begonnen – und Wilhelm Holz muss bei über 600 Partien den Überblick behalten

„A und O, dass sich alle gut betreut fühlen“

Tennis. Seit gestern herrscht auf der Anlage des TV Springe wieder Hochbetrieb. Mit den Konkurrenzen der U14, U16 und U21 hat die verlängerte Turnierwoche an der Harmsmühlenstraße begonnen, die am Donnerstag, 8. Juli mit den Endspielen der Damen und Herren endet. Mehr als 600 Matches werden in den elf Tagen über die Bühne gehen, mehr als 500 Spieler wollen dann wissen, wann sie wo aufschlagen sollen, wollen ihr Nenngeld zahlen und ihr Preisgeld einstreichen. Dass das alles reibungslos funktioniert, dafür sorgt Wilhelm Holz. Der 60-Jährige, im Hauptberuf Lehrer, ist der Turnierdirektor der „Springe Open“. NDZ-Redakteur Jan-Erik Bertram sprach mit ihm über seine Aufgabe in Springe.

Der Mann, der den Durchblick behält: Wilhelm Holz. Foto: jab

Erholsame Ferien sehen anders aus, oder?

Ach, Turniere organisieren ist eben manchmal mein Lebensinhalt. Obwohl: Freitag war der heftigste Tag meiner Turnierkarriere, da habe ich vier gleichzeitig betreut. Bei den Jugend-Bezirksmeisterschaften war ich Oberschiedsrichter, parallel habe ich die Meldungen für Springe angenommen und den Zeitplan gemacht, geholfen den Junior-Cup in Hannover vorzubereiten. Und beim internationalen U12-Turnier in Wolfsburg, das am 12. Juli beginnt und wo ich Oberschiedsrichter bin, gibt es Aufregung wegen zu vieler Anmeldungen.

Sie wirken immer sehr besonnen, auch, wenn zig Leute gleichzeitig etwas von Ihnen wollen. Wie machen Sie das?

Wenn das nicht mehr so wäre, würde ich aufhören. Ich kenne das aber auch aus meiner Lehrerlaufbahn. Wenn man als Erwachsener Hektik vorlebt, werden die Jugendlichen auch hektisch, auf und neben dem Platz. Das A und O ist, dass sich alle gut betreut fühlen.

Gibt es denn etwas, was sie aus der Ruhe bringt?

Intoleranz, Ungerechtigkeit und Arroganz. Das spielt ja beim Tennis teilweise auch eine Rolle, da kann ich dann auch mal die verbale Peitsche rausholen. Aber erstmal stelle ich das Zuckerbrot voran.

Wann haben sie angefangen, Turniere zu organisieren?

Vor 15 Jahren mit einem kleinen Regionalturnier mit 80 Kindern. Das war so chaotisch und ich habe gedacht: Einmal versuchst du es noch. Der zweite Versuch lief auch nicht gut, dann habe ich mich hingesetzt und mir überlegt, wie man es richtig macht. Ich habe es ganz gut hingekriegt. Die Leute kommen gerne, in Springe erreichen wir wieder die Teilnehmerzahl vom vorigen Jahr – unglaublich eigentlich, denn es sind noch gar nicht überall Ferien. Auch bei den Damen und Herren wird die Qualität immer besser, fast alle norddeutschen Spitzenspieler kommen.

Sie kommen aus Uslar. Wie kommt es, dass sie ihr größtes Turnier in Springe veranstalten?

Erst war Springe eine Notlösung, als Northeim vor vier Jahren abgesprungen war. Ich habe aber schnell gemerkt, dass es mehr ist als eine Notlösung. Der Vorstand und die Mitglieder sind unglaublich engagiert, die Anlage ist top und Springe liegt sehr zentral in Norddeutschland. Nur mit den Übernachtungsmöglichkeiten für die Spieler ist es etwas schwierig.

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