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12. Söltjerlauf des SC-Lauftreffs bringt 2425 Euro ein / NDZ erstmals mit eigenem Team dabei

600 Läufer und ein paar „Rasende Reporter“

11 Uhr: An der Bergschmiede fällt der Startschuss für die insgesamt 607 Teilnehmer. Ich laufe aber noch nicht. Schließlich muss ich noch arbeiten, sprich: Fotos machen. Die Kollegen warten freundlicherweise auf mich. Das Gute am Söltjerlauf ist: Auf die Zeit kommt es nicht an. Die Strecke ist für vier Stunden geöffnet, in der Zeit läuft jeder so viele Runden, wie er schafft. Unsere Mannschaft heißt – sehr originell – „Die Rasenden Reporter“ und besteht außer mir aus Jennifer Minke, Marita Scheffler, Jens Rathmann, Jens Mewes, Marc Fügmann und Steffi Krone. Letztere muss noch arbeiten und kommt erst, als alle anderen von uns schon aufgehört haben – dafür läuft sie mehr als alle anderen: sieben Runden.

Das NDZ-Team macht sich auf den Weg (v. l.): Jens Rathmann, Jens

Wir machen uns zehn Minuten nach dem Hauptstart auf die Strecke. Schnell zeigt sich: Ich gehöre zu den nicht ganz so rasenden Reportern und bleibe mit Jenny Minke ein wenig hinter den anderen zurück. Trotzdem überholen wir ein paar Teilnehmer: Walker und kleine Kinder – immerhin. Nach knapp 23 Minuten haben wir die erste 3,8-Kilometer-Runde geschafft und lassen uns für die Auswertung von Gaby Weiss Löcher in unsere Startnummern knipsen. Unsere Kollegen sehen wir schon lange nicht mehr.

Zweite Runde: Wir werden schon überrundet. Jobst von Palombini, Jörg Zimmermann, André Gudde und Jan Bergmann zischen an uns vorbei, sie sind schon auf der dritten Runde – insgesamt dreizehn werden sie schaffen. Ich überhole Ulrike Markwirth, Tischtennis-Spielerin beim TSV Hachmühlen, die ihre ganze Familie als Mannschaft gemeldet hat. Sie läuft aber alleine, wie wir hängt sie dem Rest hinterher. Vor drei Jahren hatte sie schon einmal den ganzen Clan angemeldet: „Drei Generationen“, erzählt sie, „die Eltern sind spazieren gegangen.“ Auch das geht beim Söltjerlauf.

Ich habe den Kontakt zu Jenny Minke verloren und gebe Gas, um sie einzuholen. Dabei überhole Peter – das steht jedenfalls auf seinem Rücken. Peter teilt sich seine Kräfte offenbar gut ein, denn am langen Anstieg zieht er wieder an uns vorbei. Auf dem Weg bergab ins Ziel kriegen wir ihn aber wieder.

Mara Opitz ist eher auf kürzere Strecken spezialisiert. Mit ihre
  • Mara Opitz ist eher auf kürzere Strecken spezialisiert. Mit ihrer Mutter Iris schafft sie aber sechs Runden beim Söltjerlauf.
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Auch Ulla Köppen, die am Ende mit elf Runden gewinnt, überholt uns am Berg mit dem Worten: „Oh, wo NDZ draufsteht, ist auch NDZ drin.“ Sie spielt auf unsere Laufshirts an. Zwischendurch treffen wir auch Mara Opitz. Die Zehnjährige von der TuSpo ist ein Lauftalent – allerdings eher auf den Mittelstrecken. Mit ihrer Mutter Iris schafft sie aber sechs Runden – mehr als ein Halbmarathon.

Jenny Minke steigt nach zwei Runden aus, Jens Rathmann und Marc Fügmann auch – Termine. Ich bewaffne mich mit Block und Kamera und mache mich wieder an die Arbeit. Als Marita Scheffler vorbeikommt, schließe ich mich ihr aber an und laufe noch eine Runde. Unterwegs überholen wir Jette und Greta. Die Freundinnen schieben ihre Puppenwagen über die Strecke und sammeln so auch Geld für den guten Zweck. Einen Euro spendet die Sparkasse Weserbergland pro gelaufene Runde, 2425 Euro kommen am Ende zusammen – 28 davon erlaufen von den Rasenden Reportern. Der Erlös geht in diesem Jahr an die mündersche Rettungshundestaffel, die davon das Vereinsheim renovieren will.

An der Steigung überholen wir ProBürger-Fraktionschef Helmuth Mönkeberg, der ebenfalls als Reporter unterwegs ist – für‘s Bürgerradio. Er fragt mich irgendwas und hält mir sein Diktiergerät unter die Nase. Ich schnaufe irgendwas, glaube aber nicht, dass es sendefähig ist. Marita Scheffler klingt dagegen, als sei sie gerade erst losgelaufen. Während ich nach der dritten Runde aufhöre, hängt sie noch zwei dran, insgesamt sechs. So viel schafft übrigens auch Svenja Holenburg. Die ist gerade mal acht Jahre alt und gehört zur „Völksener Laufmasche“, einem privaten Lauftreff, bestehend aus den Familien Holenburg und Härtel. „Und Jens Kinzel“, wie Katrin Härtel betont.

Ich gönne mir derweil eine Massage: Die bietet Marco Czulkies von der Reha-Klinik Bad Münder den Läufern kostenlos an – den Blick vom Süntel über den Deister inklusive. Angenehm ist das, andere haben die Massage aber nötiger als ich: Dirk Borcherding etwa. Der läuft sieben Runden, kriegt am Schluss aber Krämpfe, wie er erzählt. Kein Wunder: Er ist eigens aus Ostfriesland angereist, „die Berge bin ich nicht gewohnt“, sagt er.

Ich bin so langes Laufen nicht gewohnt, der Muskelkater hält sich am nächsten Tag aber in Grenzen. Das – so ergibt eine kleine Umfrage in der Redaktion – ist nicht bei allen Rasenden Reportern so...

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