Kommentar
Verhärtete FrontenVon Gabi Stief
Auf Patienten kommen schwere Zeiten zu. An rund 600 kommunalen Kliniken droht Streik. Rund 45 000 Ärzte könnten in zwei Wochen ihre Arbeit niederlegen. Bereits Anfang Dezember hatte der Marburger Bund die Gehaltsverhandlungen mit den kommunalen Arbeitgebern für gescheitert erklärt. Eine Gehaltserhöhung von 1,48 Prozent plus Einmalzahlung von 250 Euro? „Ein schlechter Witz“, schimpft die Ärztegewerkschaft. Sie fordert sechs Prozent. Die Fronten sind verhärtet.
Die Ärzte klagen über hohe Arbeitsverdichtung, die Städte über leere Kassen. Beide Seiten haben recht. Die Zahl der Patienten steigt, ohne dass Personal eingestellt wird. Für die Mediziner bedeutet es mehr Stress. Die Arbeitgeber verweisen auf das Krankenhausbudget; es steigt nur minimal. Seit Jahren werden die Kliniken vom Gesetzgeber kurz gehalten, um sie zum Umbau zu zwingen. Denn nach wie vor leistet sich Deutschland eine Krankenhauslandschaft, die teurer ist als in anderen Ländern. Die erhoffte Umstrukturierung, die auch die Schließung von kleinen Häusern einschließt, kommt jedoch nur langsam voran. Mittlerweile schreibt jede fünfte Klinik rote Zahlen.
Anfang November liefen schon einmal Streikvorbereitungen. Damals drohte ein Arbeitskampf an den Unikliniken. In letzter Minute einigten sich die Tarifpartner auf ein Gehaltsplus von 3,6 Prozent. Es gibt also noch Hoffnung.
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