Kommentar
Herber DämpferVon Albrecht Scheuermann
Völlig überraschend kam die Entscheidung nicht. Schließlich hatte die Ratingagentur Standard & Poor’s schon Ende vergangenen Jahres für etliche Länder den Daumen gesenkt. Dennoch sorgte die Herabstufung, schon bevor sie am späten Freitagabend offiziell bekannt gegeben wurde, für Wirbel. Schließlich versetzte sie zum Wochenschluss den Finanzmärkten einen herben Dämpfer. Zuvor hatten diese wegen der erfolgreichen Bond-Verkäufe Italiens und Spaniens auf gute Laune umgeschaltet. Die Rating-Entscheidung macht klar, dass es noch zu früh ist, der Krise ein baldiges Ende zu prophezeien. Es ist noch nicht einmal sicher, ob das Schlimmste schon hinter uns liegt. Deshalb ist es wichtig, dass die europäischen Grundsatzbeschlüsse zu einem Fiskalpakt mit strengen Schuldenregeln jetzt zügig in Gesetzesform gegossen werden. Verheerend wäre es, wenn die Beschlüsse aufgeweicht werden. Diese Gefahr sieht kein Geringerer als Jörg Asmussen, früherer Staatssekretär im Finanzministerium und nun Mitglied im Direktorium der Europäischen Zentralbank. Europa muss Vertrauen in der Welt aufbauen. Das setzt voraus, dass Vereinbarungen schnell und ohne Abstriche umgesetzt werden.