Bückeburg

„Ein bisschen Risiko ist immer dabei“

Auf ihren Boards beweisen die Wettbewerbsteilnehmer des Skate-Wettbewerbes, was sie so alles an Tricks drauf haben. Foto: wk

Bückeburg (wk). Keine Angst vor körperlichen Blessuren durften die mehr als 20 aktiven Teilnehmer eines Skateboard-Wettbewerbs haben, den vier junge Bückeburger jetzt mit Unterstützung der örtlichen Jugendfreizeitstätte auf die Beine gestellt haben.

Auf der Skateranlage an der Petzer Straße galt es, innerhalb von jeweils drei Minuten verschiedene Tricks mit dem Skateboard vorzuführen und dafür möglichst viele Punkte von der Wettkampfjury einzuheimsen. Und nicht selten zeigte sich dabei, dass die mit vier Rollen bewehrten Bretter – trotz des Übungsfleißes der Akteure – vor allem bei den Luftsprüngen schwer zu kontrollieren waren und die Schwerkraft regelmäßig ihren Tribut von den Skateboardern einforderte.

„Es ist nicht ganz ungefährlich“, räumte Mitorganisator Alexander Grunewald ein. Insofern müsse man schon einiges einstecken können, wenn man diesen Sport ausüben will. In der Regel würden die Stürze aber glücklicherweise nur zu kleineren Verletzungen wie etwa Schürfwunden führen, so die Erfahrungen des Skaters.

Dass die jungen Athleten trotz des offenkundig bestehenden Verletzungsrisikos ausnahmslos ohne Helm und andere Schutzausstattungen ins Rennen gingen, erklärte er auf Nachfrage damit, dass ein Helm „uncool“ sei und beispielsweise Knie- und Ellenbogenschützer die Bewegungsfreiheit zu sehr einschränkten.

Aber zurück zu den Wettbewerbsregularien: Bewertet wurden die einzelnen Kunststücke nach den Kriterien „Style“ (Aussehen), Schwierigkeitsgrad und Anzahl der „gestandenen“ Tricks im Verhältnis zu den misslungenen Versuchen („Bails“), erläuterte Grunewald. Die Kunststücke selbst reichten von „Slides“ und „Grindes“ (Rutschen mit dem Brett beziehungsweise den Achsen) auf irgendwelchen Kanten der „Obsticles“ (Hindernisse) über Balanceübungen auf zwei Rollen bis hin zu „Threesixty-Flips“, bei denen das Skateboard im Verlauf eines Sprungs frei in der Luft um seine Längs- und Querachse gleichzeitig um 360 Grad gedreht werden muss. Selbstredend, dass die – in die Altersgruppen „über 18 Jahre“ und „unter 18 Jahre“ aufgeteilten – Skateboarder danach auch eine standsichere Punktlandung auf ihren in die Ausgangslage zurückgekehrten Brettern hinlegen mussten.

Skateboardfahren sei „Lifestyle“, beschreibt der Rolfshäger Matthias Ebeling den Reiz dieser Sportart. Zudem könne er „gut den Kopf freikriegen“, wenn er auf sein Brett steige, da er dann alles um sich herum vergesse. Dass er sich bei einem Sturz sogar schon mal den Arm gebrochen hatte, tat dem Vergnügen offensichtlich keinen Abbruch: „Ein bisschen Risiko ist immer dabei“, grinst der 18-Jährige.

„Viel cooler als Fußball“

„Es ist cool und was anderes als Fußball oder Handball“, ergänzte Kim Pascal Beste (20) aus Hille. Wie lange man brauche, um das Skateboarden zu erlernen, hänge allerdings stark vom individuellen Talent ab. Manche haben die ersten Tricks schon nach einem Jahr drauf, andere wiederum würden dafür viele Jahre Übung benötigen. Aber: „Schwierig ist es auf jeden Fall.“

Auf die jeweils drei besten Wettkampfteilnehmer der beiden Altersgruppen warteten von den beiden Geschäften „Flipside“ (Minden) und „Skateboard Headquarter“ (Bünde) gesponserte Sachpreise, unter anderem in Form von T-Shirts und Skateboard-Brettern.

Die Platzierungen: Bei den über 18-Jährigen landete Marc Büsing auf dem ersten Platz, gefolgt von Matthias Ebeling und Kim Pascal Beste. Bei der jüngeren Gruppe rangiert Konstantin Kleine-Niermann vor Robert Brinkmann und Florian „Flo“ Klöpper.

Zu dem vierköpfigen Organisationsteam im Skatepark gehörten neben Grunewald („Der Contest war ein voller Erfolg“) noch Jannes Weßling, Sebastian Klenke und Lennart Heine.

Artikel vom 07.09.2010 - 00.00 Uhr
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