Lokalsport

Trotz Finalniederlage: SCV der große Gewinner
Von Jan-Erik Bertram
Fußball. „Wunderbar.“ Knut Bader, Trainer des SC Völksen, störte die Niederlage im Endspiel der Stadtmeisterschaften kein bisschen. Denn mit dem Erreichen des Finals hatte seine neu zusammengestellte Mannschaft mehr erreicht, als irgendjemand ihr zugetraut hatte. Und gegen den zwei Klassen höher angesiedelten FC Springe zog sie sich achtbar aus der Affäre. Kapitän Björn Graw gelang dabei sogar der Ehrentreffer zum 1:3-Endstand – es war das einzige Gegentor im gesamten Turnier für die Springer, die damit den FC Eldagsen ablösten und den vom Sportring gestifteten Wanderpokal im kommenden Jahr auf der eigenen Anlage verteidigen.
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Björn Graw erzielte im Endspiel den Ehrentreffer für den SC Völksen. Hier grätscht er Springes Simon Wolfgram ab.
Knapp 300 Zuschauer waren zum letzten Turnierspieltag auf den Sportplatz des TSV Gestorf gekommen. Die wenigsten von ihnen blieben allerdings bis zum Endspiel. Das erste Halbfinale zwischen den Bezirksliga-Rivalen Springe und Eldagsen hatte die Massen angezogen. Es war eine Partie, die mehr von der Spannung als von spielerischer Klasse lebte. Bei den Eldagsenern fehlten mit André Gehrke, Marius Westenfeld und Matthias Hüsam drei wichtige Spieler in der Offensive. Die Schwarz-Gelben setzten daher auf totale Defensive und gelegentliche Konter – und kamen damit zu den gefährlicheren Chancen. Nach einer Viertelstunde scheiterten binnen weniger Sekunden Adrian Gottschalk, Tim Lösch und Marc Burmeister an FCS-Keeper Alexander Gutsche beziehungsweise Sönke Wyrwoll. Zehn Minuten später klärte Mark Helbig vor Lösch.

Springe hatte sich bis dahin nur mit Distanzschüssen dem FCE-Tor genähert. Nach dem Seitenwechsel wurden sie zwingender. Frank Ramser scheiterte mit einem Drehschuss nur knapp (39.). Nach einer Wyrwoll-Ecke war es schließlich soweit: Ruven Klimke drosch den Ball aus fünf Metern ins Tor (51.) – die Entscheidung. FCE-Coach Karsten Bürst war mit der Leistung seiner Elf zufrieden, sein Springer Pendant Franz Genschick nur bedingt: „Wir hatten die Räume – aber wir haben sie nicht genutzt.“

Ausgeglichen war auch das zweite Halbfinale zwischen Völksen und Vorjahresfinalist Gestorf. Kapitän Björn Graw brachte den SCV früh in Führung (6.), TSV-Spielertrainer Sven Mertens glich noch vor der Pause aus (19.). Nach dem Seitenwechsel hatten beide Teams Chancen, doch erst kurz vor Schluss sorgte Jan Jelinski mit seinem Doppelschlag für die Entscheidung. Gestorfs Keeper Patric Howind sah bei Jelinskis erstem Treffer nicht gut aus. Den Fehler machte er im Elfmeterschießen um Platz 3 wieder gut, als er gegen Eldagsens Lösch parierte und seiner Elf so den Sieg im kleinen Finale sicherte.

Auch im Endspiel musste Springe gegen ein Abwehrbollwerk anrennen. „Wir versuchen, unsere Haut so teuer wie möglich zu verkaufen“, so Völksens Trainer Bader entschuldigend. Wyrwoll sorgte in der 19. Minute für das 1:0, nachdem er zuvor drei dicke Chancen ausgelassen hatte. Faiz Hamo mit einem Traumtor aus 20 Metern (37.) und Klimke nach einer Ramser-Flanke (41.) erhöhten auf 3:0. Der Jubel bei den Springern hielt sich in Grenzen – zu wenig waren sie gefordert worden. Der Jubel bei den Völksenern über Graws Ehrentreffer war umso größer.
Artikel vom 26.07.2010 - 00.00 Uhr

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