Lokalsport
Noch herrscht Ruhe in Springe und EldagsenVon Jan-Erik Bertram
Fußball. Die Zuschauer der heimischen Bezirksligisten sind nicht eben die geduldigsten. So fordert etwa ein Internetnutzer nach dem Pokal-Aus und nur drei Punkten des FC Springe aus vier Punktspielen in einem Kommentar auf www.ndz.de, dass „so langsam mal die Trainerfrage“ gestellt wird. Und auch Eldagsens Trainer Karsten Bürst ist sich bewusst, dass nach bislang nur einem Punkt „jetzt Stimmen laut werden im Umfeld“. Bürst und sein Springer Trainerkollege Franz Genschick verfallen nach dem Fehlstart beider Teams dagegen nicht in Panik.
„Die Situation bereitet mir schlaflose Nächte“, gibt Genschick zu. Vor dem Abstieg hat er zwar keine Angst, „aber unsere Ziele müssen neu definiert werden“. Um die Meisterschaft wollten die Springer mitspielen. „Jetzt müssen wir erstmal den Anschluss ans Mittelfeld finden“, so der Coach.
Viele Spieler würden „derzeit mit sich selber hadern“, sagt er. Abfinden würde sich die Mannschaft nicht mit den vielen unnötigen Niederlagen, wie dem 0:1 am vergangenen Sonnabend gegen den FC Stadthagen. „Alle sind unzufrieden“, so Genschick, der keine großen Reden vor der Mannschaft mehr schwingen will: „Ich habe mir wochenlang den Mund fusselig geredet“, sagt er. „Ich stelle jetzt um, wie es am besten passt, ohne großen Kommentar.“ Das könnte man so interpretieren, dass sich der eine oder andere Spieler bald auf der Bank wiederfindet.
Schlaflose Nächte hat Bürst nicht. Nur ein Zähler und drei Tore aus vier Spielen „zehren ein bisschen am Selbstvertrauen“, sagt er zwar. Zumeist habe seine Elf aber nicht schlecht gespielt. „Die Mannschaft setzt die taktischen Vorgaben um“, sagt Bürst. Was fehlt, ist das nötige Glück. Vielleicht auch das Können. In Barsinghausen etwa schoss Till Engelhardt aus acht Metern frei stehend weit über das Tor. „Till oder auch Marius Westenfeld – das sind Spieler, die sind erst 18, 19 Jahre alt. Denen muss man auch Fehler zugestehen“, so Bürst. Schließlich habe auch Matthias Hüsam in Barsinghausen aus einem Meter nur die Latte getroffen – der ist 37.
„Wir werden am Ende der Saison im Mittelfeld stehen“, so Bürst überzeugt. „Wir dürfen jetzt den Abstand aber nicht zu groß werden lassen und müssen was fürs Selbstvertrauen tun. Am besten schon am Sonnabend.“ Dann kommt Nienstädt – auch so eine Mannschaft, die ihre Vorschusslorbeeren bislang nicht bestätigen konnte. Genschick verweist auf den kuriosen Saisonstart in der Bundesliga: „Fußball ist eben manchmal eine Wundertüte.“