Lokalsport
Niklas Hermann empfiehlt sich mit KampfgeistHandball (jab). Es war lange nicht die Saison von Niklas Hermann. Das Eigengewächs im Kader von Regionalligist HF Springe saß zumeist nur auf der Bank, wurde allenfalls sporadisch eingesetzt. Im letzten Punktspiel gegen Halle sowie im HVN-Pokal gegen Lehrte und Soltau durfte er sich aber über einen längeren Zeitraum beweisen. Und so hofft er auch im Heimspiel am heutigen Sonnabend (18 Uhr) gegen die SG Achim/Baden auf mehr Spielanteile.
Hermann gilt als eines der größten Talente, die die HF hervorgebracht haben. Die hohen Erwartungen, die seit seiner Rückkehr von Eintracht Hildesheim vor einigen Jahren in ihn gesetzt wurden, konnte er aber selten erfüllen. „Mit Erwartungsdruck hatte ich aber nie Probleme“, sagt er. Mit seinem Körper schon eher. Herzprobleme warfen ihn in der Saison 2007/2008 zurück, als Springe fast aus der Oberliga abgestiegen wäre. In dieser Serie hatte er lange mit Schulterproblemen zu kämpfen. Die sind nun behoben „und ich kann viel freier spielen, weil die Schmerzen weg sind“, sagt er.
Auch die Pendelei nach Hamburg fällt für den 23-Jährigen weg. Sein Studium in der Hansestadt hat er unterbrochen, seit dem vergangenen Jahr macht er in Springe eine Ausbildung zum Zahntechniker. Im Training geht es nun bergauf, wie auch sein Trainer Sven Lakenmacher bestätigt: „Die ansteigende Form muss er auch mal in einem Regionalligaspiel bestätigen“, sagt Lakenmacher. Beim 21:32 gegen Halle habe auch Hermann in entscheidenden Situationen Fehler gemacht. „Kämpferisch war seine Leistung aber einwandfrei. Und das ist für mich die Voraussetzung für einen Einsatz.“
Mit Achim/Baden haben die HF noch eine Rechnung offen. Das Hinspiel verloren sie 26:27. „Eine ärgerliche Niederlage“, erinnert sich Lakenmacher. Seine Mannschaft habe eine schwache erste Hälfte abgeliefert. „Die zweite war gut“, sagt er. „Im Rückspiel will ich zwei gute Halbzeiten sehen und gewinnen.“
Die Springer gehen mit doppeltem Rückenwind in die Begegnung: Am vergangenen Wochenende gewannen sie erstmals den HVN-Pokal, gestern wurden sie zu Springes Mannschaft des Jahres gekürt. Nachlässigkeiten dürfen sie sich aber nicht erlauben. „Achim/Baden wird genau so motiviert sein wie Halle vor zwei Wochen“, sagt Lakenmacher. Denn die SG hat nur einen Punkt Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. Jürgen Bätjer, der im Pokalfinale fehlte, ist wieder gesund. Torwart Kristof König fällt dagegen noch aus, für ihn ist Andreas Kinne aus der Zweiten dabei.