Lokalsport

Modus der Stadtmeisterschaft in der Kritik
Fußball (jab). Das Endspiel sollte bei einem Turnier eigentlich der Höhepunkt sein. Bei der Springer Stadtmeisterschaft in Gestorf war das nicht so. Die Auslosung wollte es so, dass die hohen Favoriten FC Eldagsen und FC Springe schon im Halbfinale aufeinandertrafen. Beim Finale, das die Springer gegen den SC Völksen mit 3:1 gewannen, waren die meisten Zuschauer dann schon nicht mehr da. Spannung kam nicht auf. Zu groß war der Leistungsunterschied, zudem hatten die Völksener, die als Fast-Absteiger aus der 1. Kreisklasse ohnehin schon der große Außenseiter waren, vor dem Endspiel die kürzere Pause.
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FC Springe und FC Eldagsen, hier Vitali Schäfer (l.) und Marc Burmeister, sind die dominierenden Teams im Stadtgebiet, ein Finale zwischen den beiden Bezirksligisten bei der Stadtmeisterschaft hat der Modus des Turniers zuletzt aber nicht zugelassen – möglicherweise wird er jetzt geändert. Foto: jab
Und so steht der Modus der Stadtmeisterschaften, der in den vergangenen Jahren immer wieder modifiziert wurde, wieder mal auf dem Prüfstand. Denn bei dem hohen Leistungsgefälle im Springer Fußball – zwei Teams aus der Bezirksliga, vier aus der 1., eins aus der 3. und drei aus der 4. Kreisklasse – kommt nicht nur bei den Zuschauern Langeweile auf. „Es macht nicht gerade viel Spaß, gegen Mannschaften zu spielen, die mit zehn Mann um den eigenen Strafraum stehen“, sagte etwa Eldagsens Marius Westenfeld nach dem 8:0-Sieg gegen Bison Calenberg. Auch bei den Teams aus den unteren Klassen hält sich der Spaß gegen die „Großen“ in Grenzen: „Unsere Jungs haben nach dem Spiel gegen Springe gesagt: ‚Du läufst nur hinterher, das hat mit Fußball eigentlich nichts zu tun, wenn du dich nur hinten reinstellst“, sagt Sascha Fünfstück, Vorsitzender des SC Alferde.

Fünfstück ist als Vize-Vorsitzender des Sportrings Springe auch zuständig für die Stadtmeisterschaften. Er will die beteiligten Vereine an einen Tisch holen, um einen Modus zu finden, der mehr Spannung schafft. Drei Möglichkeiten werden in der Fußball-Szene diskutiert:

Vorschlag 1: Springe und Eldagsen schicken ihre zweiten Mannschaften ins Rennen, die beide in der 2. Kreisklasse spielen. „Spannender wäre es“, sagt Fünfstück. „Dann würden die Zuschauerzahlen aber drastisch nach unten gehen.“ Keine gute Idee also.

Vorschlag 2: Die jeweils unterklassige Mannschaft erhält eine Torvorgabe. „Das finde ich nicht gut“, so Fünfstück. „Wenn du von vornherein führt, stellst du dich ja erst recht hinten rein.“ Also auch kein guter Vorschlag.

Vorschlag 3: Springe und Eldagsen werden für das Halbfinale gesetzt. Die übrigen Teams spielen in zwei Vierergruppen die beiden weiteren Halbfinalisten aus. So hätten die Bezirksligisten während der Vorrunde Zeit für sportlich aussagekräftigere Testspiele. „Und die unterklassigen Teams hätten mindestens drei Spiele – da könnte man sich auch mal eine Niederlage erlauben“, sagt Fünfstück, der im Übrigen die Überlegung in den Raum stellt, das Endspiel einen Tag nach den Halbfinals auszutragen – das scheint die beste Idee zu sein.
Artikel vom 27.07.2010 - 00.00 Uhr

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