Lokalsport

Kampf um Bestzeiten – und gegen Langeweile
Von Jan-Erik Bertram

Schwimmen. Sonnabend, früher Nachmittag. In Springe herrscht Schmuddelwetter. Es regnet und es ist kalt. Im Hallenbad – kein Wunder – herrscht auch eine hohe Luftfeuchtigkeit – und es ist mollig warm. Wer von draußen hereinkommt, den trifft fast der Schlag. Die Schwimmer, die bei der vom WSV Bennigsen ausgerichteten Kreis-Mittelstreckenmeisterschaft an den Start gehen, ficht das freilich nicht an. Sie sind es von ihren Wettkämpfen nicht anders gewohnt, wuseln in Shorts und T-Shirts durch das Hallenbad.

Es gilt nicht nur die Hitze auszuhalten, sondern auch die Langeweile. Mehr als 200 Aktive gehen am Wochenende in Springe in 18 Wettkämpfen an den Start – da entstehen zwangsläufig lange Wartezeiten. „Ich habe schon den ganzen Nachmittag Kinder bespaßt“, sagt etwa Janina Bormann vom WSV. Die 17-Jährige ist selbst aktiv und betreut nebenbei die Jüngeren im Verein. Einer davon ist ihr kleine Bruder René. „Der hat mich ganz schön unter Druck gesetzt“, sagt sie.

Denn René schwamm die 400 Meter Freistil in etwas über 5:30 Minuten. „Ich bin mit 5:39 gemeldet“, sagt Janina, als sie auf ihren Wettkampf wartet. Sie wird es nicht schaffen, ihren Bruder zu schlagen. Sie schwimmt später zwar immerhin persönliche Bestzeit – ist in 5:35 Minuten aber deutlich langsamer als René.

Aufs Treppchen kamen damit beide nicht. Janina holte in ihrem Jahrgang 1993 später aber noch Silber über 200 Meter Brust. Die Titel für den WSV holten die bekannten Namen: Hagen Sicher (1997) landete bei seinen sechs Starts sechsmal ganz vorne – und schwamm sechs persönliche Bestzeiten. Gerrit Kuhne (1993) holte bei fünf Starts fünf Jahrgangstitel und wurde in der offenen Klasse Zweiter und Dritter. Aufs Treppchen schaffte es zudem Anabel Wente (1994) mit jeweils zwei ersten und zweiten Plätzen.

Beim Lokalrivalen SSV Springe ging keiner der fünf Starter ohne Medaille nach Hause. Ausnahmetalent Janina Janik (1997) holte fünf Jahrgangssiege und wurde in der offenen Klasse dreimal Erste und zweimal Dritte. Die ein Jahr jüngere Sina Sontowski landete in ihrer Altersklasse bei fünf Starts fünfmal ganz vorne – viermal vor ihrer Vereinskameradin Meike Callies, die neben den vier Silbermedaillen auch eine goldene über 200 Meter Lagen absahnte. Zwei dritte Plätze erreichte Lisa Bock-Dumke (1995), Kevin Janik (1995) holte einmal Silber und einmal Bronze.

Bester Verein bei den Kreismeisterschaften war mit 830 Punkten der SV Garbsen, der mit 38 Startern auch den größten Kader stellte. Die Bennigser (281) wurden Sechster, Springe (213) landete auf Rang acht.

Artikel vom 17.03.2010 - 00.00 Uhr
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