Lokalsport

Heimvorteil genutzt – Springe holt den Cup
Von Jan-Erik Bertram

Haben gut lachen: Christian Müller (l.) und Matthias Freier mit dem Pokal.

Handball. Slava Gorpishin hat als Handballer schon alles gewonnen: Zweimal Gold bei Olympia, die WM – und jetzt darf sich der 40-jährige Russe auch noch HVN-Pokalsieger nennen. Denn die HF Springe haben gestern vor knapp 500 Zuschauern den Heimvorteil genutzt und durch einen 41:28-Finalerfolg gegen Verbandsligist MTV Soltau erstmals den Landespokal an den Deister geholt. Nur drei Stunden zuvor hatten die Springer im Hablfinale Oberliga-Spitzenreiter Lehrter SV mit 39:26 abgefertigt. Soltau hatte zum Auftakt des Final-Four-Turniers für die große Überraschung gesorgt und Springer Regionalliga-Konkurrenten TV Jahn Duderstadt 29:26 geschlagen.

Kein Wunder, dass MTV-Trainer Claus Diesner auch trotz der deutlichen Endspiel-Pleite noch gute Laune hatte. „Wir haben mehr erreicht, als erwartet. Es war klar, dass Springe uns nicht unterschätzen würde“, sagte er. Den Fehler hatte Duderstadt gegen die zwei Klassen tiefer angesiedelten Soltauer gemacht. Jahn-Coach Stephan Albrecht hatte drei seiner Leistungsträger zu Hause gelassen. „Dann ist es normal, dass wir Probleme kriegen. Das soll aber keine Entschuldigung sein“, so Albrecht.

Hoch motiviert gingen dagegen die Springer vor eigenem Publikum ihre Spiele an. Allen voran der überragende Fabian Hinz. Der spielte wie angekündigt den offensiven Part in der 5:1-Deckung, die in beiden Partien bestens funktionierte. Hinz glänzte aber auch im Angriff sowohl gegen Lehrte als auch gegen Soltau. Im Endspiel wurde er in der zweiten Hälfte allerdings geschont – und HF-Spielertrainer Sven Lakenmacher stellte wieder auf die gewohnte 6:0-Formation in der Abwehr um. „Ich habe ja immer gesagt, dass Fabian ein Riesentalent ist. Ich bin froh, dass er sich entschieden hat, bei uns zu bleiben“, so Lakenmacher.

Nicht bleiben will der zweite HF-Linksaußen Dean Wood, im Finale mit acht Treffern der beste Werfer. Ihm wird der zeitliche Aufwand zu hoch: „Ich muss samstags arbeiten“, sagt er. Die Springer wollen ihn gerne halten, das abschließende Gespräch steht in der kommenden Woche an.

In beiden Partien brauchten die Gastgeber einige Minuten Anlauf, ehe sie sich absetzten. Dann aber lief der HF-Motor wie geschmiert. Und das, obwohl Lakenmacher viel durchwechselte und unter anderem auch Matthias Freier und Marcel Ketelhake aus der zweiten Mannschaft brachte. „Es waren zwei sehr gute Teamleistungen, ich bin rundum zufrieden“, so der Coach.

Einer muss aber hervorgehoben werden: Torwarttrainer Uwe Naumann. Weil Kristof König krank und Andreas Kinne beim Halbfinale noch verhindert war, zog der 50-Jährige gegen Lehrte das Trikot des Reserve-Keepers über. Er kam in der 55. Minute, hielt einen Siebenmeter und einen freien Wurf und ging in der 56. Minute wieder vom Feld – unter tosendem Beifall.

Für die erste Runde des DHB-Pokals wünschen die HF sich jetzt einen „machbaren Gegner“, so Dennis Melching. Denn erst in der zweiten Runde greifen die Bundesligisten ins Geschehen ein – vielleicht gastiert ja einer in Springe.

Zahlreiche Fotos vom Final-Four finden Sie in unserer Bildergalerie.

Artikel vom 08.03.2010 - 00.00 Uhr
drucken
Diesen Artikel versenden


   
versenden

Artikel kommentieren








Startseite | Lokales | Überregionales | Sport | Videos | Anzeigen | Abo | Service | Themenwelten | Impressum
© J.C. Erhardt GmbH
Eine starke Gruppe: Deister- und Weserzeitung | Pyrmonter Nachrichten | Dewezet Bodenwerder | Schaumburger Zeitung | Schaumburg-Lippische Landes-Zeitung | Deister-Leine-Zeitung | Neue Deister-Zeitung | Wesio | Weserbergland.Com | Medien 31