Lokalsport
Es muss was passieren beim FC SpringeFußball (jab). Bezirksligist FC Springe schlittert mehr und mehr in die Krise. „Es ist eine Katastrophe“, sagt Abwehrchef Julian Dettmer nach dem 1:2 in Rinteln, der vierten Niederlage im fünften Saisonspiel, mit der die Springer, die am Saisonende einen Platz in der Spitzengruppe anpeilen, auf einen Abstiegsrang rutschten. Der FCS spielt nun gegen die Aufsteiger Klein Berkel und Ronnenberg. „Gegen die müssen wir jetzt sechs Punkte holen“, fordert der verletzte Kapitän Stefan Meyer.
Die Ratlosigkeit ist groß in Springe. Nominell wurde die Mannschaft deutlich verstärkt, doch mit haarsträubenden Fehlern bringt sich der FCS immer wieder selbst um die Punkte. „Von den neun Gegentoren, die wir kassiert haben, waren vielleicht zwei rausgespielt“, sagt Meyer. Woran es liegt? „Wir wissen es selber nicht“, gesteht Dettmer. Kein Spieler würde momentan sein Potenzial ausschöpfen, die taktischen Vorgaben würden nicht über 90 Minuten umgesetzt, „daher schlagen wir uns immer selber“, sagt Dettmer, „entsprechend groß ist die Verunsicherung“.
Kritiker, auch innerhalb der Mannschaft, schreiben die Verunsicherung auch Trainer Franz Genschick zu, der bislang in jedem Spiel die Aufstellung änderte. „Das bringt nicht gerade Ruhe rein“, sagt Dettmer, stellt sich aber hinter Genschick. „Die Umstellungen waren teilweise taktisch bedingt, teilweise haben Spieler sich für eine Position auch nicht gerade aufgedrängt.“ Es sei nur logisch, dass Genschick alles ausprobiere, „um das System zu finden, mit dem wir alle glücklich sind“.
Angesichts eines Kaders mit ehemaligen Oberliga-Spielern wie Ruven Klimke und Sascha Buchholz wundern sich einige Beobachter, dass Genschick nicht die Viererkette einführt. Dettmer verteidigt die Entscheidung, beim klassischen Libero zu bleiben. Die Abwehrspieler für die Viererkette hätte der FCS zwar. „Aber um Raumdeckung zu spielen, muss es auch im Mittelfeld passen – und da hapert es bei uns“, sagt er.
Die Mannschaft, so betonen Meyer und Dettmer, könne mit der Kritik von Außen umgehen. „Es ist doch klar, dass genölt wird, wenn der Erfolg nicht da ist“, sagt Meyer, der auch weiß: „Es muss jetzt was passieren.“ Dass die Mannschaft Gerüchten zufolge nicht mehr hinter dem Trainer steht, „kann ich ganz klar dementieren“, so Dettmer. Der Vize-Kapitän höre bei jedem Training „viel rein in die Mannschaft. Es gibt keine Kritik“. Auch die Stimmung innerhalb der Mannschaft sei im Training gut – nach den Spielen ist sie dafür umso schlechter. Für Dettmer gibt es da vorerst nur ein Gegenmittel: „Wir müssen alle zu 100 Prozent fighten. Dann kommt das Fußballerische von ganz alleine.“