Lokalsport

Bürst kann endlich wieder ruhig schlafen

Marcel Wendler (r.), hier gegen Nienstädts Kapitän Renke Mücke, kam früh für den verletzten Florian Siuts ins Spiel und machte eine gute Partie auf der rechten Angriffsseite. Foto: jab

Fußball (jab). Es war nicht nur ein Stein, es war ein ganzer Geröllhaufen, der Karsten Bürst am Sonnabend vom Herzen fiel. Nach dem ersten Saisonsieg seines FC Eldagsen, der sich zum 3:2 (3:0) gegen den SV Nienstädt zitterte, riss der Coach die Arme hoch und herzte jeden einzelnen seiner Spieler. „Endlich kann ich mal wieder ruhig schlafen“, so Bürst erleichtert. „Man hat gesehen, dass jeder alles gegeben hat – auch für mich.“

Das Umfeld in Eldagsen gilt bei Misserfolgen als nicht besonders geduldig. Auch gegen Nienstädt gab es kritische Stimmen von Außen, denn spielerisch ließen die Platzherren noch einiges vermissen. Bürst weiß das, die Punkte sind ihm vorerst aber wichtiger, als spielerischer Glanz. „Wir müssen im Moment über den Kampf reinfinden“, sagt er.

Dabei gab es durchaus gute spielerische Momente im insgesamt schwachen ersten Durchgang. So waren die drei Tore mit klugen Pässen in die Tiefe blitzsauber herausgespielt. Beim ersten Treffer hatte Benjamin Rathe noch Glück. Er hatte SVN-Keeper Björn Schütte schon umkurvt, seinen anschließenden Schuss lenkte Nienstädts Tim Schwarze ins eigene Netz (17.). Die beiden weiteren Treffer kurz vor der Pause erzielten Sebastian Westenfeld (43.) und André Gehrke (45.) jeweils mit Lupfern über Schütte hinweg. Es waren die einzigen Eldagsener Chancen vor dem Seitenwechsel – Nienstädt hatte nicht eine.

Bürst hatte die Mannschaft umgestellt. Routinier Tim Barten, der sich eigentlich in die Zweite verabschiedet hatte, machte auf der linken Seite enorm Druck, Florian Siuts über rechts. Siuts verdrehte sich allerdings nach nicht einmal einer halben Stunde das Knie. Für ihn sprang Marcel Wendler ein und machte ebenfalls ein gutes Spiel.

Dennoch mussten die Platzherren zittern. Zehn Minuten nach der Pause nutzt Guiliano Maione einen Abwehrfehler zum 1:3. Drei Minuten später sah Sebastian Westenfeld nach einer Tätlichkeit gegen Soeren Peters Rot. Bürst reagierte sofort, beorderte Hendrik Luczak als dritten „Sechser“ vor die Abwehr und Spielmacher Gehrke dafür auf die Libero-Position. Auch in Unterzahl hielt Eldagsen das Spiel offen, hatte sogar Chancen. Aber es wurde eng. Denn als Maione zwei Minuten vor Schluss aus kürzester Distanz den angelegten Arm von Gehrke traf, entschied Schiedsrichter Fabian Krueger (Barsinghausen) auf Handelfmeter – und Suleymann Kahraman ließ Marcel Bürst, der seinen verletzten Bruder Patrick im FCE-Tor vertrat, keine Chance.

Die Gäste machten in den Schlussminuten noch einmal Druck, doch als Jan Carganico aus 16 Metern über das Tor schoss, war Eldagsens erster Sieg perfekt.

FC Eldagsen: M. Bürst – Hahnenberg (83. Gottschalk), Luczak, Timmermann – Siuts (26. Wendler), Rathe, Gehrke, Hüsam, Barten – S. Westenfeld, M. Westenfeld (72. Lösch).

Tore: 1:0 Eigentor Schwarze (17.), 2:0 S. Westenfeld (43.), 3:0 Gehrke (45.), 3:1 Maione (56.), 3:2 Kahraman (88./ Handelfmeter).

Rote Karte: S. Westenfeld (59./Tätlichkeit).

Artikel vom 06.09.2010 - 00.00 Uhr
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