Springe
Zivilcourage: Schulen ziehen an einem StrangWollen Mitschüler stark machen für Zivilcourage: Die Schülervertretungen und Jugendbürgermeister Marvin Gouraud (5.v.l.). Foto: ric
Springe (ric). Zum ersten Mal haben sich alle weiterführenden Schulen der Stadt Springe an einem übergreifenden Projekt beteiligt: Unter der Regie der Schülersprecher und des Jugendbürgermeisters Marvin Gouraud wollen sie für das Thema Zivilcourage sensibilisieren.
Anlässe gibt es genug, bei denen der Mut gefragt ist, einzuschreiten. „Mobbing ist eine Form von Gewalt, die es besonders in den unteren Jahrgängen gibt“, hat Jessica Rosenthal festgestellt. Die Schülerin weiß um das Problem: Wer sich auf die Seite des Opfers stellt, gerät selbst schnell in diese Rolle. „Wir können nur dann etwas erreichen, wenn viele den Mut aufbringen und einschreiten“, sagt sie. „Es ist typisch, dass alle die Verantwortung von sich schieben“, meint Marvin Gouraud. Und er ist überzeugt, dass jeder etwas tun kann, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. Genau darauf hatte der Springer Polizeichef Achim Bense gestern im OHG vor über 350 Schülern aus den achten Klassen hingewiesen. Rektor Carl-Clemens Andresen führte in die Thematik ein. „Ich bin mir sicher, dass jeder von euch schon einmal eine Situation erlebt hat – ob im Bus, auf dem Schulhof oder in der Freizeit – wo ihr euch gefragt habt, ob ihr in den Konflikt eingreifen solltet“, sagt Andresen.
Anlass für das Projekt war die Initiative „Zivilcourage hat viele Gesichter – zeig deins!“ In Springe soll der Aktionstag nachhaltig wirken: Die Schülervertreter initiieren einen Wettbewerb für alle Siebtklässler, das Konzept wird gerade erarbeitet. In Kürze sollen die Schüler dann mit Filmen, Plakaten oder Fotos darstellen, was ihnen zur Zivilcourage einfällt. Ein wichtiger Bereich ist dabei auch Gewalt und Mobbing im Internet.