Springe
Verwaltung will zwei ihrer Filialen dichtmachenSpringe (ric). Die drohende Schließung der Verwaltungsaußenstellen (NDZ berichtete) provoziert Widerstand in Gestorf und Völksen. „Ich finde das schlimm – zu diesem Zeitpunkt bin ich auf jeden Fall dagegen“, zeigt sich Völksens Ortsbürgermeisterin Sigrid Hachmeister empört.
Die Sozialdemokratin sagt, sie sehe es ein, wenn sich der Standort langfristig nicht halten lasse. Das Minimalziel müsse aber sein, zumindest bis zur möglichen Einrichtung eines Bürgerbüros damit zu warten. Sie glaubt, im Ortsrat eine einheitliche Meinung hinter sich zu haben. Bei einer Schließung städtischer Gebäude muss das Gremium gemeinderechtlich angehört werden, bevor der Rat eine Entscheidung fällen kann.
„Es passt auch nicht zusammen, auf der einen Seite Baugebiete zu schaffen und den Ort auf der anderen Seite aushungern zu lassen“, findet Hachmeister. Sie ist überzeugt: Für das städtische Gebäude an der Steinhauerstraße könne ohnehin nicht so kurzfristig ein Nachmieter gefunden werden. Wenn ab Herbst der neue Personalausweis im Chipkartenformat für jeden Deutschen Pflicht wird, würde der Verwaltungsaufwand immens steigen – „und sollen dann mehrere Tausend Leute zusätzlich nach Springe kommen?“
Laut Bernd-Georg Höfer (SPD) sei die Situation ernst: „Es ist mir bewusst, dass es sicherlich zu Einschränkungen kommen wird“, sagt Gestorfs Bürgermeister. Dass an der Neustadtstraße Raumkosten eingespart werden können, glaubt Höfer nicht – schließlich befindet sich die Verwaltungsaußenstelle in einer Schule. Zu Zugeständnissen wäre Höfer dann bereit, wenn es ein „vernünftiges Bürgerbüro mit vernünftigen Öffnungszeiten“ in Springe gäbe. Sinnvoll sei ein solches Angebot – das von der Verwaltung erstmals im Finanzausschuss angesprochen wurde – nur dann, wenn alle Bürger die Chance hätten, es zu nutzen.
Die Verwaltung hatte im Zuge der Haushaltskonsolidierung die Schließung ihrer „Filialen“ in den kleineren Ortsteilen ins Gespräch gebracht. Vor allem, um Sachkosten zu sparen. Das Personal soll in Springe weiterbeschäftigt werden.