Springe

Streik in Springe: Müllsäcke und Fahrgemeinschaften
Springe/Eldagsen (zett/mf). Liegengebliebene Müllsäcke, mehr Autos auf den Straßen und ein paar fehlende Schüler: Unbemerkt zog der Warnstreik der Gewerkschaft Verdi gestern nicht an den Springern vorbei.
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Für die ersten Streikposten ging der Tag schon gegen 3 Uhr früh in Eldagsen los. Am Regiobus-Betriebshof postierte sich die erste Schicht an den Toren, um symbolisch die Busse am Verlassen des Geländes zu hindern. Den ganzen Tag über zeigten die Mitarbeiter mit Fahnen und Plakaten Präsenz – und unterstrichen ihre Forderungen im Tarifstreit. Dieter Dörrie vom Betriebsrat zeigte sich angesichts der Verdi-Forderung realistisch: „Mit zwei bis zweieinhalb Prozent wären wir am Ende zufrieden“, sagte er.

Weil den ganzen Tag keine Busse fuhren, brachten viele Springer Eltern ihre Kinder mit dem Pkw zum Unterricht – problematisch wurde das zum Beispiel an der Heinrich-Göbel-Realschule: „Der Parkplatz ist spiegelglatt und nicht geräumt“, erzählt Rektorin Jutta Brennecke. Immer wieder seien die Autos ins Rutschen geraten. Insgesamt sei die Fehlquote wegen des Streiks jedoch gering gewesen, so Brennecke. Das traf auch auf das Otto-Hahn-Gymnasium zu, dessen Schüler zu über 80 Prozent per Bus kommen. Die Eltern habe man am Freitag per Brief gebeten, Fahrgemeinschaften zu bilden, so Schulleiter Carl-Clemens Andresen.

Während in Hannover Taxiunternehmen von dem Warnstreik profitierten, blieb es in Springe eher ruhig. Die Fahrer hätten zwar mehr Autos auf den Straßen bemerkt, sagt Unternehmer Marc Sandelmann: „Aber das Winterwetter bringt insgesamt mehr Kunden als der Streik.“ Bei der Stadt lief alles nach Plan, Personalratschef Karl-Wilhelm Wedig registrierte keine Streikwilligen in der Verwaltung. Auch das Krankenhaus blieb gestern noch von Ausständen verschont, sagte der kaufmännische Direktor Wolfgang Grotstück.. Man sei aber grundsätzlich auf eine Streik-Situation eingestellt.

Streik: Einen Tag lang mussten die Müllsäcke der aha in der Kernstadt und in Alvesrode an der Straße ausharren. Heute soll die Abfuhr nachgeholt werden.

Foto: st

Artikel vom 09.02.2010 - 00.00 Uhr

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