Springe
Stadt will 139 Laternen den Saft abdrehen Springe (zett). Die Stadt will offenbar noch mehr als bisher bekannt an der Straßenbeleuchtung sparen. Neben einer Ausweitung der Nachtabschaltung und der Einführung eines Handy-Bezahl-Systems (NDZ berichtete) sollen offenbar auch Laternen permanent abgeschaltet oder gar entfernt werden.
Das geht aus einer Vorlage hervor, die der Tiefbauausschuss in seiner Sitzung am 16. Februar diskutieren soll. Insgesamt sind nach Ansicht der Verwaltung im gesamten Stadtgebiet 139 Straßenlaternen – im Verwaltungsdeutsch „Lichtpunkte“ genannt – verzichtbar. Sparen will die Stadt auf diese Weise zwischen 4200 Euro (Abschaltung) und 5500 Euro (Demontage) im Jahr an Unterhaltungskosten. Bis sich der Abbau der Leuchten lohnt, vergeht allerdings je nach Vorgehensweise etwas Zeit – die Abschaltung würde etwa 2000 Euro, der Abbau aller Laternen gar einmalig 50 000 Euro kosten.
Zusätzlich stehen auch 62 Laternenmasten auf privaten Wegen zur Disposition. Sie sind ans städtische Netz angeschlossen. Hier könnte die Stadt durch einen Rückzug ebenfalls 2700 Euro jährlich sparen – plus Investitionskosten von 31 000 Euro in den kommenden Jahren. Die Eigentümer der Wege müssten dann in Zukunft selbst für die Stromversorgung der Beleuchtung aufkommen.
Auf offiziellem Gelände wäre nach einer Liste der Verwaltung etwa der Wanderweg an der Jägerallee zwischen „Am Kalkwerk“ und Hamannsbruch betroffen – hier steht stattdessen ein beleuchteter Gehweg zur Verfügung. Auch das nicht bebaute Teilstück zwischen Altenzentrum und Samkesiedlung müsste nach den Plänen der Stadt ohne Licht auskommen. Insgesamt stehen an der Jägerallee 34 Laternen zur Disposition.
Immerhin noch 17 Leuchten will die Verwaltung an der Eldagsener Straße opfern. Sie sollen am nicht bebauten Teilstück ab dem Ortsausgangsschild wegfallen. Auch am Weißen Brink zwischen Kurzer Ging und Adolf-Reichwein-Straße soll es bald permanent dunkel werden – hier steht laut Vorlage ein „alternativ beleuchteter Weg mit geringem Umweg“ zur Verfügung. Außerhalb der Kernstadt würde es in erster Linie Bennigsen und Lüdersen erwischen – hier fielen 13 Laternen auf der Kreisstraße zwischen beiden Orten weg.
Auch über das neue System, mit dem die Laternen jede Nacht zwischen 23 und 5 Uhr per Handy eingeschaltet werden müssten, soll der Tiefbauausschuss am 16. Februar beraten. Laut Vorlage bliebe lediglich an den Wochenenden in Springe, Völksen und Bennigsen das Licht an den S-Bahn-Fahrplan angepasst.
Die 30 Euro teure Pflicht-Handyregistrierung würde 24 Monate lang gelten, dann müssten alle zwei Jahre weitere 20 Euro gezahlt werden – alles plus der jeweiligen Gebühren für Telefonanrufe oder den Versand der SMS. Für Ärzte, Polizei und Rettungsdienste sollen laut Verwaltung Sonderregelungen gelten. Mit dem System allein will die Stadt bis zu 35 000 Euro zusätzlich im Jahr sparen. Die Nachtabschaltungsdiskussion war nach einem mutmaßlichen Missbrauchsfall im Oktober in der Kernstadt entstanden.