Springe
Schärfere Kontrollen sollen Täter abschreckenAm Amtsgericht Springe werden in nächster Zeit die Sicherheitsvorkehrungen deutlich verschärft.
Springe (ric). Am Amtsgericht Springe werden demnächst die Sicherheitsvorkehrungen noch einmal verschärft. Jeder, der das Gebäude in der Innenstadt betritt, muss bald damit rechnen, durch eine Schleuse gebeten oder mit einem Körperdetektor abgesucht zu werden.
Direktorin Susanne Kronsbein-Weiß bestätigt damit entsprechende Informationen der NDZ. Eine Zunahme vom Gewaltdelikten oder Eskalationen in den Verhandlungsräumen habe es allerdings nicht gegeben. „Es war grundsätzlich angedacht, diesen Schritt zu gehen“, sagt Kronsbein-Weiß. Schon seit zwei Jahren gibt es im Springer Gericht eine Sicherheitsschleuse. Bei brenzligen Fällen wird sie bislang vor dem großen Saal aufgebaut. Jeder, der hinein will, muss sie passieren. Jetzt sollen die Kontrollen deutlich engmaschiger durchgeführt werden – unabhängig von der Verhandlung und direkt am Eingang. Piept die Schleuse – wie im Flughafen – kontrollieren Justizbeamte die Personen genauer, suchen mit einem Detektor nach Gegenständen, etwa Waffen. Diese haben im Gericht verständlicherweise nichts zu suchen. „Die Maßnahmen dienen zum einen dem Schutz der Mitarbeiter und Besucher, zum anderen wollen wir eine gewisse Abschreckung erreichen“, teilt die Direktorin mit.
Das Springer Amtsgericht orientiert sich damit an anderen Einrichtungen. Im benachbarten Nordrhein-Westfalen etwa sind diese Vorkehrungen schon länger Standard. Kronsbein-Weiß: „Richter sind in Deutschland vor allem beim Familiengericht gefährdet – da passiert mehr als bei Strafsachen.“ Und so sollen die Maßnahmen erst mal anlaufen, um zu testen, was dabei herumkommt. Schließlich binden sie auch viel Zeit des Wachpersonals – das in Springe ohnehin mit zweieinhalb Stellen vergleichsweise dünn besetzt ist.