Springe
Museum bietet der Stadt Kompromiss anSpringe (mf). Das Museum auf dem Burghof wehrt sich gegen die von der Stadt geplanten finanziellen Einschnitte. Keine andere Einrichtung müsse vergleichbar Federn lassen, kritisiert Vorsitzende Angelika Schwager.
Statt bisher 25 000 Euro soll das Museum künftig gerade mal noch 1 600 Euro jährlich bekommen, also lediglich den Beitrag, den die Stadt als Mitglied des Museumsvereins zahlen muss. Ein freiwilliger Zuschuss in Höhe von 2400 Euro sowie 21 000 Euro Personalkosten für eine Museumsfachkraft sollen gestrichen werden – zumindest für 2010, wie Fachbereichsleiter Gerd-Dieter Walter von der Stadtverwaltung bestätigt.
„Uns wird jetzt ein Strick daraus gedreht, dass unsere bisherige Mitarbeiterin zum Jahreswechsel gegangen ist“, glaubt Schwager. Die Stadt könne das Geld nun einfach streichen, ohne jemanden entlassen zu müssen.
Auch der Ehrenvorsitzende des Museumsvereins, Prof. Horst Callies, hat kein Verständnis dafür, dass Politik und Verwaltung derart radikal den Rotstift ansetzen wollen. „Ich halte das für in keiner Weise annehmbar. Eine solche Kürzung würde zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Arbeit führen und das Museum um mindestens 15 bis 20 Jahre zurückwerfen.“
Besonders verärgert ist man im Museumsvorstand darüber, praktisch vor vollendete Tatsachen gestellt worden zu sein. „Wir haben von den Plänen nur aus der Zeitung erfahren“, beschwert sich Schwager. Umgekehrt sei die Politik einer Gesprächseinladung des Museums Mitte Februar – mit Ausnahme der SPD – nicht gefolgt. Während die CDU sich immerhin noch entschuldigen ließ, hätten sich FDP und Grüne überhaupt nicht gerührt.
Schwager lässt keinen Zweifel daran aufkommen, dass auch das Museum bereit ist, einen Sparbeitrag zur Konsolidierung des Springer Stadthaushalts zu leisten. Er dürfe aber nicht so massiv ausfallen wie derzeit geplant. „Wir wären beispielsweise bereit, auf eine Stellenneubesetzung in diesem Jahr ganz zu verzichten und würden auch akzeptieren, wenn die Stelle der Museumskraft anschließend in einer niedrigeren Gehaltsgruppe ausgeschrieben würde“, bietet Schwager an. Die Wiederbesetzung selbst dürfe dann aber nicht mehr infrage gestellt werden.
Am Donnerstag dieser Woche berät der Verwaltungsausschuss über das Thema, eine Woche später hat dann der Rat das letzte Wort.