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„Lange können wir uns das nicht mehr leisten“
Völksen (jab). Der SC Völksen ist wieder einmal auf der Suche nach einem neuen Vorstandsmitglied – diesmal hängt aber nicht der Fortbestand des Vereins davon ab. Denn betroffen ist nicht der geschäftsführende Vorstand, sondern die Fußballabteilung. Und die hat immerhin noch bis zum Ende der Saison Zeit, einen Nachfolger für Hannes Berger zu finden. Der Spartenleiter kündigte bei der Mitgliederversammlung seinen Rücktritt aus beruflichen Gründen im Sommer an. Auch Jochen Zeissig, in den vergangenen zwei Jahren für die Mitgliederverwaltung zuständig, scheidet aus dem erweiterten Vorstand aus.
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Heinz Behnsen (v.) ist seit 65 Jahren Mitglied des SCV. Herbert Flemes, Fritz Flemes, Hermann Prelle und Rolf Behnsen (hinten v. l.) sind seit 60 Jahren dabei. Foto: jab
Offen sind auch weitere Posten. So sucht der Vorstand jemanden, der die die Homepage des SCV pflegt, da der bisherige Webmaster Peer Kawalek weggezogen ist. Und einen Mitarbeiter, der Sponsoren akquiriert. Denn das blieb im vergangenen Jahr aus – der Verein hatte keine Werbeeinnahmen.

Nicht nur deshalb machte der SCV im Jahr 2009 ein Minus von knapp 1500 Euro. „Wir mussten Geld in die Hand nehmen“, berichtete Vorstandsmitglied Bettina Bader. So mussten die Duschen im Vereinsheim saniert, Tore repariert und Trikots für die neu gemeldeten Handball-Jugendteams angeschafft werden. Weitere Ausgaben kommen auf den Klub zu: Das Dach des Vereinsheims müsse saniert werden, so Vorstand Paul Widmer, und die Pappeln am Sportplatzrand zurückgeschnitten. Zudem drohe die Wiedereinführung der Sportstättennutzungsgebühr seitens der Stadt. Widmer hält eine Beitragserhöhung möglicherweise schon im kommenden Jahr für unvermeidlich. Die Höhe der Mitgliedsbeiträge sei noch auf dem Stand von 1996, „lange können wir uns das nicht mehr leisten, wenn wir weiter ein so umfassendes Sportangebot haben wollen“, sagt Widmer.

Die Versammlung beschloss Satzungsänderungen. Eine davon: Vorstandsarbeit darf künftig bezahlt werden. „Wir schließen das für uns aus“, sagte Widmer stellvertretend für den Vorstand, „aber wir wollen den Verein nicht für die Zukunft handlungsunfähig machen. Wer weiß, ob es in ein paar Jahren nicht Standard wird, dass Vorstandsarbeit nur noch gegen Bares gemacht wird.“ Hintergrund: Der Gesetzgeben erlaubt künftig die „Ehrenamtspauschale“ – Vereine müssen sie aber bis zum Ende dieses Jahres in ihre Satzung aufnehmen.
Artikel vom 08.03.2010 - 00.00 Uhr

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