Springe
Kirche will Schüler als Mentoren ausbildenSpringe (hil). Die evangelische Kirche verstärkt ihr schulisches Engagement. In einem Pilotprojekt will der Kirchenkreis Laatzen-Springe Zehntklässler zu Mentoren ausbilden. Sie sollen für jüngere Mitschüler aus dem fünften Jahrgang freizeitpädagogische Angebote ausarbeiten.
„Jugendliche haben an Ganztagsschulen kaum noch Gelegenheit, soziales Lernen zu erproben“, erläutert Superintendent Detlef Brandes die Beweggründe für das ehrgeizige Vorhaben. Um es umsetzen, soll für die Dauer von fünf Jahren eine halbe Stelle für „schulnahe Jugendarbeit“ an einer Schule im Kirchenkreis eingerichtet werden. Noch sei über den Standort nicht entschieden, er werde in der nächsten Zeit geprüft. Wenn alles gut laufe, könne man aber nach den Sommerferien starten, so Brandes.
Von den jungen Mentoren sollen auch Themen angesprochen werden, die über das Schulleben hinausgehen. Nach Ablauf der fünfjährigen Anlaufphase könne sich dann aus dem ursprünglichen Kreis der Fünftklässler die Mentorenschaft neu entwickeln und auf diese Weise dauerhaft fortbestehen, so die Idee. „Die Mentorenschaft“, führte Superintendent Brandes in der jüngsten Kirchenkreistagssitzung weiter aus, „wird vom Landesjugendpfarramt begleitet.“
Eigentlich hatten die Initiatoren mit einer längeren Auseinandersetzung sowie einem größeren Diskussionsbedarf gerechnet. Doch das Vorhaben, das der neue kirchliche Impulse für die Zukunft geben soll, fand bei den rund 60 stimmberechtigten Kirchenkreistagsmitgliedern auf Anhieb Zustimmung.
Das galt ebenso für den Plan, darüber hinaus für vier Jahre eine Stelle für Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit einzurichten. Auch hier will der Kirchenkreis neue Wege gehen. „Bis zum Jahre 2030 wird sich in der EKD die Finanzkraft halbieren“, warnte Brandes. Es sei daher notwendig, für die kirchliche Arbeit weitere Finanzierungsquellen zu erschließen. Erfahrene Fundraiser anderer Kirchenkreise hätten berichtet, dass es etwa vier Jahre dauere, bis erste Erfolge sichtbar seien. Dann könne man jedoch mit einem anderthalb bis vierfachen Gegenwert der Gehaltskosten rechnen.
Ziel sei der Aufbau einer Datenbank, damit Spender nicht für unterschiedliche und einander konkurrierende Zwecke angesprochen werden. Darüber hinaus soll der Kontakt zu den Kirchenmitgliedern intensiviert und möglichst auch neue Mitglieder gewonnen werden.
Beide Maßnahmen – Mentorentätigkeit und Fundraising – sollen so schnell wie möglich beginnen. Finanziert werden können sie dank einer „Innovationsreserve“ von 300 000 Euro, die der Kirchenkreis für entsprechende Zwecke in den laufenden Haushalt eingestellt hat.
Superintendent Detlef Brandes mit Kirchenkreistagsvorsitzender Martina Soßdorf und deren Stellvertreterin Petra Herrmann (v.r.).Foto: hil