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Dabei sein ist alles: von Eldagsen nach Kanada

Mit Olympiahut nach Kanada: Hannelore Paepcke. Foto: pr.

Eldagsen (bdi). Nicht nur Sportler sind nach den Olympischen Spielen ausgelaugt – auch einer ganz ausdauernden Zuschauerin aus Eldagsen stecken die sportlichen zwei Wochen noch in den Knochen: 19 Stunden lang hat Hannelore Paepcke erst mal geschlafen, als aus Vancouver wieder zurück war.

Die Eldagsenerin fährt schon seit 54 Jahren zu dem größten sportlichen Ereignis der Welt. Ihr wurde die Affinität für die Olympischen Spiele in die Wiege gelegt, sagt sie – die Begeisterung begleitet sie nun schon fast ihr ganzes Leben. So ging es für sie natürlich auch jetzt nach Vancouver. Einziger Wermutstropfen war der Jetlag – mit dem hatte sie ganz schön zu kämpfen. Sie gesteht: „Ich fliege nicht gern, da wackelt es mir zu sehr“. Und deswegen ist sie erst noch mit dem Zug vier Tage lang durch Kanada gefahren und dann nach Europa geflogen. Der Abstecher ermöglichte ihr einen tollen Blick auf die faszinierende Landschaft, der Panoramawagen sei dafür eine gute Gelegenheit gewesen. „Mit dem wollte ich sowieso schon immer mal fahren“, sagt sie. Reisen bezeichnet Paepcke ohnehin als ihr großes Hobby – und für die Olympia-Abenteuer spart sie eisern, sagt ihren Freunden auch schon mal ab, wenn diese schick essen gehen wollen: „Ihr wisst doch, worauf ich spare“, sagt sie dann.

In diesem Jahr ging das Geld drauf für die Winterspiele in Vancouver – auch wenn Paepcke sie im Rückblick nicht zu den schönsten zählt. Die hat sie in Salt Lake City erlebt: „Nichts ist damit vergleichbar“. Jetzt in Vancouver haben sie vor allem Kleinigkeiten gestört. Mal konnte ihr ein Helfer nicht sagen, wo ihr Sitzplatz ist, mal musste die 73-Jährige nach Hause laufen, weil kein Bus mehr fuhr. Auch die kalten Hallen machten ihr zu schaffen.

Deswegen hat sie auch einige von ihren Eintrittskarten weiterverkauft. Ursprünglich hatte Paepcke sich vier Tickets für den Eisschnelllauf geholt – zwei davon hat sie genutzt, die anderen beiden hat sie weggegeben. In der Halle sei es zu eng gewesen, die Stühle waren unbequem und von unten zog es ständig.

Ihre Lieblingsdisziplin ist Eiskunstlauf

Da war es beim Eiskunstlauf viel schöner, sagt Paepcke – ganze neun Karten hatte sie für ihre Lieblingsdisziplin. Von der Abschlusszeremonie hat die Eldagsenerin hingegen wenig Gutes zu berichten: „Das war die schlechteste Abschlussfeier, die ich bisher gesehen habe“ – und sie kann sich nach 27 Spielen durchaus ein Urteil erlauben. Eine kleine Kette mit dem Logo aus Montreal, Ort der Spiele 1976, trägt sie immer noch als Erinnerung um den Hals.

Und noch etwas fehlte: Eine deutsche Medaille hat Paepcke in Vancouver leider nicht live miterlebt – fragt man sie aber nach ihrer deutschen Lieblingsathletin, fällt sofort der Name Magdalena Neuner. Die Biathletin findet die 73-Jährige einfach „nett, freundlich und natürlich“ – auch wenn sie sie selbst nie getroffen hat. Eine klassische Autogrammjägerin ist Paepcke nicht, sagt sie, hofft aber immer darauf, die Leute zufällig auf der Straße, im Bus oder Flugzeug zu treffen.

Jetzt gewöhnt sie sich langsam aber sicher wieder an die Heimat: „Endlich mal wieder eine richtige Scheibe Brot essen.“ Doch das nächste Abenteuer ist gar nicht mehr lange hin: Die EM der Leichtathleten in Barcelona. Da fällt dann auch der Jetlag weg.

Artikel vom 13.03.2010 - 00.00 Uhr
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