Springe

CMP: Jahresbericht zeigt viele Verflechtungen

Springe (zett). Dessau macht die Buchhaltung für Springe – und Springe macht sie für Dessau. Klingt komisch, ist aber so – denn die CMP AG aus der Stadt in Sachsen-Anhalt hat entgegen eigener Angaben doch weiterführende Verbindungen zu gleich drei in Springe ansässigen Unternehmen. Das geht aus dem öffentlich zugänglichen CMP-Jahresbericht für 2009 hervor.

Bisher hatten CMP-Vertreter auf Anfrage stets behauptet, man habe die seit einigen Monaten im Springer Philips-Gebäude ansässige Firma „IMC“ mit Dienstleistungen wie der Buchhaltung beauftragt: „Das können wir hier nicht selbst machen“, hatte CMP-Vorstandsmitglied Volker Brinkmann noch vor einigen Wochen gegenüber der Neuen Deister-Zeitung erklärt. Doch im Jahresbericht ist von Buchhaltung keine Rede. Vielmehr heißt es, die IMC helfe beim Aufbau des Vertriebs, bei der Kundenwerbung und -betreuung sowie durch technische Beratung. Die Buchhaltung wiederum kann die CMP aber gleichzeitig und kurioserweise von Dessau aus für die Firmen „M&M-Bau“ sowie „GPT“ erledigen – die ebenfalls bei Philips in Springe sitzen. Man erbringe „Dienstleistungen unter anderem im Bereich Buchhaltung, Controlling und Personalabrechnung“ für beide Unternehmen, heißt es wörtlich im Jahresbericht – 2009 kassierte die CMP dafür rund 24 000 Euro aus Springe.

Außerdem gewährte die CMP AG der Springer Firma „M&M-Bau“ einen Kredit über 70 000 Euro, den sie nur drei Wochen später zurückzahlte.

Und dort hören die Verflechtungen nicht auf. Denn die „Gravel Processing Technologie“ – sie stammt, ebenso wie die anderen beteiligten Unternehmen aus der Insolvenzmasse der früheren Hamelner Cemag-Gruppe – ist laut Handelsregister im April ebenfalls auf das Philips-Gelände an der Rathenaustraße gezogen.

Die GPT tut auch etwas für Dessau: Sie erledigt für die CMP „Maschinenbau- und Montageleistungen“, 2009 noch für 64 000 Euro, denen eine nicht näher erläuterte „Abschlagzahlung“ von 75 000 Euro gegenüberstand. Zusätzlich flossen aus den CMP-Kassen weitere Darlehen nach Springe – die GPT erhielt 150 000 Euro, die sie auch mit Gegenleistungen statt Geld verrechnen kann.

Da erscheint es fast nur eine Randnotiz zu sein, dass die Ehefrau von CMP-Chef Mohammad Shahsavar nicht nur Geschäftsführerin bei GPT sowie „M&M-Bau“ sowie Aufsichtsratschefin der CMP ist. Shahsavar selbst ist bei den beiden Firmen gleichzeitig als Gesellschafter aufgeführt.

Artikel vom 01.09.2010 - 00.03 Uhr
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