Springe

Betrunken gegen die Mauer: fünf Schwerverletzte
Von Christian Zett

Der BMW, besetzt mit fünf BZE-Schülern, prallte am späten Montagabend gegen eine Mauer.

Springe. Montag, 22.40 Uhr: Dort, wo sich die Johann-Heinrich-Schröder-Straße und die Adolf-Reichwein-Straße treffen, kracht ein vollbesetzter BMW gegen eine Mauer. Die Insassen, fünf Schüler aus dem Bildungszentrum des Einzelhandels (BZE), werden schwer verletzt. Für den Unfall macht die Polizei eine Kombination aus Alkohol, überhöhter Geschwindigkeit und mangelnder Ortskenntnis verantwortlich.

Die Unfallfahrt startet kurz zuvor ganz in der Nähe. Im BZE-Gebäude am Kurzen Ging, wo die Einzelhandels-Schüler aus ganz Norddeutschland ausgebildet werden, feiern die 21- bis 27-Jährigen am Abend, auch Alkohol ist im Spiel. Mit dem dunkelgrauen BMW will die Gruppe zurück zu ihrer Unterkunft fahren – dem BZE-Hotel an der Oppelner Straße. Ans Steuer setzt sich ein 21-Jähriger – er hat keinen Führerschein und wird später beim Atemtest 0,67 Promille pusten.

Der Wagen biegt in die abschüssige, teilweise eisglatte Johann-Heinrich-Schröder-Straße ein. Hier gilt Tempo 30, doch der 21-Jährige ist erheblich schneller, die Polizei spricht gestern von „deutlich überhöhter Geschwindigkeit“. Am Ende der Straße, schräg gegenüber von der Heinrich-Göbel-Realschule, geht es für Autos nur links oder rechts weiter. Geradeaus liegen nur der Bürgersteig und ein Fußweg – neben der knapp einen Meter hohen Natursteinmauer. Doch der 21-Jährige kennt sich nicht aus, fährt zu schnell, ist alkoholisiert – und kann nicht mehr rechtzeitig bremsen, als er seinen schlimmen Fehler bemerkt.

Es knallt.

Der BMW trifft die Mauer, schiebt sich zusammen. Besonders schlimm erwischt es die 27-jährige Frau auf dem Beifahrersitz und eine 25-Jährige auf der Rückbank. Sie müssen von der herbeigerufenen Springer Feuerwehr mit einer Rettungsschere aus dem Wrack geborgen werden, die Einsatzkräfte schneiden das Dach des Fahrzeugs ab. Schwere Verletzungen erleiden aber auch der Fahrer und die 21 und 23 Jahre alten Männer, die mit in dem Unglücksauto sitzen. Alle werden in Krankenhäuser gebracht, wo sie behandelt werden. Lebensgefahr besteht laut Polizei nicht.

Die Beamten finden eine Flasche Bier im Unfallwagen und stellen bei dem 21-Jährigen Fahrer Alkoholgeruch im Atem fest. Sie nehmen eine Blutprobe – die Ergebnisse stehen noch aus, doch die zunächst beim ungenaueren Pusten gemessenen 0,67 Promille bezeichnet ein Sprecher als „guten Richtwert“. Einen Führerschein hat der junge Mann auch nicht – gegen ihn wird jetzt ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung, Fahren ohne Fahrerlaubnis und Gefährdung des Straßenverkehrs eingeleitet. Die Feuerwehr Springe ist insgesamt zwei Stunden lang vor Ort, versorgt die Verletzten, streut ausgelaufenes Öl ab.

Artikel vom 10.03.2010 - 00.00 Uhr
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