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Altenhagener Schützen droht die Auflösung

Seit 1970 im SVA: Norbert Fürchtenicht (v.l.), Eberhard Adams, Ingrid Rathing, Martin Zabel, Wilfried Grobe und Heiko Tuttas. Foto: mari

Altenhagen I (si). Dem 1905 gegründeten Schützenverein Altenhagen I bläst der Wind fest ins Gesicht: Weil sich kein Nachfolger für Vereinschef Siegfried Sohns findet, droht dem Verein der Verlust der Selbstständigkeit – oder gar die Auflösung.

Selbst bei der Jahresversammlung am Wochenende im Schützenhaus fand sich unter den 40 Anwesenden niemand, der für das Amt des Vorsitzenden oder gar des stellvertretenden Vereinschefs kandidieren will. Bis zum Sommer bleibt Sohns jetzt kommissarisch im Amt. Er hatte bereits 2008 seinen Rückzug angekündigt, sich aber im Vorjahr noch einmal überreden lassen. Jetzt warf er nach insgesamt 37 Jahren Vorstandsarbeit endgültig das Handtuch. Bei den Neuwahlen suchte Alterspräsident Otto Pfau mit Blick in die Runde der Hubertusjünger vergeblich nach einem Nachfolger. Den Altenhagenern, so Pfau, drohe jetzt entweder die Aufgabe der Selbstständigkeit und der Anschluss an einen anderen Verein oder gar der Weg in die Auflösung. Letzteres bedeute unter anderen, dass das seit über 50 Jahren auf dem Katzberg befindliche Schützenhaus abgerissen und das Grundstück in seinen ursprünglichen Zustand hergerichtet würde, drohte Pfau. Dennoch gab er sich zuversichtlich, in persönlichen Gesprächen in den kommenden Monaten doch noch eine Lösung zu finden.

Doch auch die Runde der möglichen Sohns-Nachfolger schrumpft: Nach sieben Austritten und zwei Todesfällen ist die Mitgliederzahl des Vereins im Vorjahr auf 115 Erwachsene und Jugendliche zurückgegangen, wie der scheidende Vorsitzende in seinem letzten Jahresbericht bilanzierte. Versammlungen finden ab sofort nur noch halbjährlich statt; Ehrenmitglieder müssen die Beiträge an übergeordnete Verbände – 15 Euro im Jahr – übernehmen.

Trotz des drohenden Aus für die Altenhagener Schützen gibt es auch positive Nachrichten aus dem Verein zu vermelden. Sportlich und gesellig gesehen sind sowohl Vorstand als auch Hauptschießwart Uwe Pahn sowie die Damen- und Jugendleiter mit den Vorjahresleistungen bei Wettbewerben und Meisterschaften sehr zufrieden. Allen voran lobte Jugendleiter Tobias Sohns seine Schützlinge, die erst vor wenigen Tagen von den Kreismeisterschaften mit Titeln und vorderen Plätzen zurückkehrten. Noch-Vereinschef Siegfried Sohns kündigte das laufende Schießen um den Pokal „Monikas Märzbecher“ an. Darüber hinaus können die Schützen bis zum 30. April um die Königswürden des Kreisschützenverbandes Deister-Süntel-Calenberg vor die Scheiben treten. Für 45 Jahre Mitgliedschaft zeichnete Sohns Karin Exner sowie für 25 und zehn Jahre Treue Edith Leinweber und Annegret Hexelschneider mit Urkunden und Nadeln aus. An der Versammlung konnten Klaus Offenbach, der dem Verein seit 50 Jahren angehört, sowie Kirsten und Helmut Siewert (15 Jahre) nicht teilnehmen.

Artikel vom 08.02.2010 - 00.00 Uhr
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