Bad Münder

Spar-Diskussion sorgt in der Verwaltung für Enttäuschung
Bad Münder (jhr). Unter den Beschäftigten der Stadtverwaltung macht sich Enttäuschung breit – Enttäuschung über die Haltung der großen Parteien in Bad Münder. Hatte das Personal lange Zeit geglaubt, dass auch die Politik ihren Anteil am radikalen Sparkonzept mitzutragen bereit sei, ist der Hoffnung nach den jüngsten Ankündigungen von SPD und CDU zum Festhalten an den Ortsräten Ernüchterung gewichen.
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„Das große Konzept war so ausgerichtet, dass man allen Seiten Belastungen zumutet. Den Bürgern, den Mitarbeitern der Verwaltung und der Politik – jetzt wurde vieles beschlossen und auf den Weg gebracht, doch die Politiker sind raus“ , stellt die Personalratsvorsitzende Erika Dittrich fest. Die Bürger müssten Steuererhöhungen in Kauf nehmen, langfristig gebe es kein Sozialamt mehr, auch das Familienbüro in der bisherigen Form entfalle. „Alte Leute müssen demnächst nach Hameln fahren, um ihre Dinge zu regeln – das wird von der Politik alles so hingenommen“, sagt Dittrich.

Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung wollen „nicht jammern“, doch die Personalratsvorsitzende weiß recht deutlich, welche Belastungen in den kommenden Jahren auf das Personal zukommen: „Mitarbeiter werden hin- und hergesetzt, ausscheidende Kollegen nicht ersetzt. Im Baubetriebsamt werden keine Saisonkräfte mehr eingestellt, in den nächsten Jahren werden auch da Mitarbeiter verschwinden“, macht sie deutlich. Von derzeit 22 Beschäftigten wird in sechs Jahren nur noch die Hälfte im Baubetriebsamt arbeiten.

Die Diskussion um die Abschaffung der Ortsräte sieht Dittrich exemplarisch: „Natürlich ist die Ortsratsbetreuung nur ein kleiner Teil, aber es wäre immerhin ein Zeichen.“ Häufig fehle es an der Anerkennung der Arbeit: Die Mitarbeiter, die die Ortsräte betreuen, würden zu „reinen Protokollschreibern“ abgewertet. Ihrer Meinung nach würde die Arbeit mit einem Ortsvorsteher an Stelle eines mehrere Mitglieder starken Ortsrates effektiver laufen. „Wenn die Chance jetzt aber nicht ergriffen wird, ist sie vertan“, weist Dittrich auf die Fristen hin, die im Vorfeld der nächsten Kommunalwahl zu beachten seien, sollten die Struktur verändert werden.

„Ich hatte im November, als dem Personalrat das erste Mal das Konzept vorgestellt wurde, das Gefühl: Jetzt gibt es wirklich keine heiligen Kühe mehr. Aber ich hatte immerhin die Hoffnung, dass gemeinschaftlich gestartet wird. Das hat sich jetzt im Verlauf des Januars erledigt“, sagt sie. Ihre Einschätzung der Diskussion: „Insgesamt enttäuschend.“
Artikel vom 08.02.2010 - 00.00 Uhr

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