Bad Münder
Der Schachzug kommt nicht überall gut anKarl-Heinz Bodtmann und Manfred Ortlieb überreichten Bürgermeisterin Silvia Nieber 586 Unterschriften gegen den Hähnchenmaststall.
Bad Münder (st/jhr). Zwei Orte, zwei Meinungen: Während in Nettelrede der Ortsrat in der Frage der Verhinderung von Mastställen durch eine Veränderungssperre im Bauleitverfahren klar Position zugunsten des Landwirts bezieht (NDZ berichtete), zeichnet sich in Eimbeckhausen ein gänzlich anderes Bild ab: Einstimmig votierte der Ortsrat für die Veränderungssperre.
In ihrer Planung bringt die Stadt deutlich zum Ausdruck, dass es ihr mit dem Bebauungsplan „Oberer Deisterhang“ primär um ein Ziel geht: Die Bauanträge für den Maststall für 1200 Schweine in Nettelrede und den Maststall für 39 900 Hähnchen in Eimbeckhausen mit der Erweiterungsmöglichkeit um einen zweiten Stall mit 39 900 Plätzen zu blockieren, um am oberen Deisterhang Natur und Landschaft schützen und weiterentwickeln zu können. Die Entwicklung der Stadt als Fremdenverkehrs- und Erholungsort sowie als Kur- und Heilbad soll gestärkt werden.
Planungsamtsleiter Karl-Heinz Knigge stellte Ziele und Zweck der Planung vor, machte dabei auch deutlich, dass von 1977 im Flächennutzungsplan dargestellten Bauflächen in den vergangenen Jahren einige wieder herausgenommen wurden. Die Stadt sei mit der Darstellung landwirtschaftlicher Flächen davon ausgegangen, dass diese damit einer Bebauung entzogen seien – eine Entwicklungsprognose, die sich jedoch spätestens mit den Bauanträgen für die beiden Mastställe im Außenbereich nicht mehr halten lässt. „Es ist zu befürchten, dass es sich bei diesen beabsichtigten Bauvorhaben um keine Einzelfälle handelt“, so Knigge.
Während der Sitzung in Eimbeckhausen wurde deutlich, dass dort nicht nur der Ortsrat klar für eine Verhinderung des Maststallbaus votiert. Mit zustimmendem Klopfen signalisierten auch die meisten der zahlreich erschienen Einwohner ihre Freude über die Zustimmung des Gremiums zum Bauleitverfahren. Manfred Ortlieb kündigte Verwaltungsvertreter Dragutin Trajlovic Unterschriften gegen die Errichtung des Mastbetriebes an, 586 wurden gestern übergeben.
In Nettelrede stößt die „Verhinderungstaktik“ der Stadt hingegen auf harsche Kritik bei den Landwirten: „Wir sind es, die die viel gerühmte Landschaft und die Wanderwege für die Gäste unterhalten und pflegen – nicht die Stadt“, stellte Realverbandschef Friedrich Mittendorf heraus.
Gestern Abend setzten sich auch der Planungsausschuss und der Ortsrat Bad Münder mit der Planung für den „Oberen Deisterhang“ auseinander.