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Wisentgehege: Wenn Besucher Grenzen überschreiten

ALVESRODE. Besucher, die sich den Tieren nähern, die gar über Zäune klettern oder Verbotenes füttern: Sie gibt es auch im Wisentgehege. Trotzdem macht sich Leiter Thomas Hennig keine Sorgen.

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Autor:

von saskia helmbrecht

ALVESRODE. Besucher, die sich den Tieren nähern, die gar über Zäune klettern oder Verbotenes füttern: Sie gibt es auch im Wisentgehege. Trotzdem macht sich Leiter Thomas Hennig keine Sorgen: „Die Mehrheit hält sich an die Regeln.“

Auch er hat einen Fall verfolgt, der im berühmten Yellowstone-Nationalpark für Aufregung sorgte: Zwei Touristen wollten ein Bison-Kalb vor der Kälte schützen und brachten es im Kofferraum ihres Geländewagens zu den Park-Rangern. Alle Versuche, das Kalb danach wieder mit seiner Mutter zu vereinen, scheiterten. Das traurige Resultat: Das junge Tier musste eingeschläfert werden – es näherte sich Autos und Fußgängern und sorgte so für Gefahr.

Bindung der Bison-Mütter ist zu ihren Kälbern sehr eng

„Die Touristen können froh sein, dass sie noch leben“, findet Hennig. Im Wisentgehege sind die Wisente eingezäunt – nicht nur, damit sie nicht weglaufen: „Sollte doch einmal jemand über den Zaun steigen, ist das granatengefährlich“, betont Hennig. Zum Glück seien die Besucher achtsam und würden sich an die Regeln halten.

Die Bindung der Bison-Mütter zu ihren Kälbern sei sehr eng. Die Tiere würden ihren Nachwuchs stark verteidigen – sollte da jemand eingreifen, riskiere er schwere Verletzungen. Selbst wenn das Team des Wisentgeheges sich dem Kalb einmal nähern müsste, beispielsweise um es zu untersuchen, müssten die Mitarbeiter die Mutter unter Narkose setzen. Die Wildrinder im Saupark seien zwar an Menschen gewöhnt – aber nur, solange die sich an die Zaungrenze halten.

Auch außerhalb des Wisentbereichs hat Hennig überwiegend gute Erfahrungen mit den Besuchern gemacht: Viele seien vernünftig und wüssten zu schätzen, dass sie nicht immer durch ein Gitter schauen müssen, um ein Tier sehen zu können. Besonders nah dran sind die Besucher im Wisentgehege etwa beim Rotwild: Dort führt der Weg direkt an den Tieren vorbei – ohne Abgrenzung.

Auch an die Vorschrift, die Tiere nicht zu füttern, würden sich die meisten Gäste halten. Wichtig sei diese Maßnahme vor allem im Streichelzoo, der vor einigen Jahren eingerichtet wurde. Bis heute steht dort kein Futterautomat. „So werden die Tiere nicht aufdringlich oder fordernd, sondern sind freundlich und sympathisch“, erklärt Hennig die Regel. Auch hier würden die Gäste Vernunft beweisen und die Tiere nicht füttern. „Gerade für kleinere Kinder ist es wichtig, dass die Tiere ausgeglichen sind.“

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