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Wisentgehege: Trotz Fehlstart zieht Hennig positive Bilanz

SPRINGE. „Wir sind mit einem Voll-Desaster ins vergangene Jahr gestartet“, gibt Thomas Hennig, Leiter des Wisentgehege Springes, offen zu. „Bis Mai waren alle großen Veranstaltungen verregnet, wir hatten einen Besucherrückgang von bis zu 25 Prozent im Vergleich zu den Vorjahren.“

Thomas Hennig präsentiert den Rohbau der neuen Fütterungs- und Fanganlage für eine Wisent-Herde, Foto: Hermes
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Sandra Hermes Redakteurin zur Autorenseite

Trotz des schlechten Starts gute Laune. Hinten sind die Enten fett. Das Sprichwort trifft auch aufs Wisentgehege zu.

„Wir konnten das Ruder dann in den Sommerferien und im Herbst noch mal rumreißen, sodass wir letztlich von einem vernünftigen Jahr 2016 sprechen können“, sagt Hennig. Vernünftig, das heißt: Circa 168 000 Besucher waren 2016 im Wisentgehege.

Für 2017 erhofft er sich einen besseren Start. „Wir setzen uns natürlich immer zu Beginn des Jahres Ziele, die wir auch erfüllt haben wollen“, berichtet Hennig. Ein großes Ziel für den Leiter ist die Fertigstellung der Fütterungs- und Fanganlage für eine der vier Wisent-Herden. „Das Gerüst steht, eine externe Firma hat sich um die Bauplatten und den Stahlbau gekümmert, den Rest machen unsere eigenen Handwerker“, sagt Hennig. Sie übernehmen den Holzbau und den Dachbereich.

„Wenn ich eine Firma engagiert hätte, wäre die Anlage schon fertig,“, erklärt der Chef des Wisentgeheges. Das liege aber nicht an der mangelnden Qualifikation der Handwerker, es fehle schlichtweg die Zeit. „Im Alltag fallen so viele Kleinigkeiten an, dann muss hier ein Zaun repariert werden oder dort das Licht für eine Veranstaltung vorbereitet werden“, weiß Hennig.

Die neue Fütterungs- und Fanganlage bringt viele Vorteile mit sich. „Wir können die Tiere damit viel stressfreier füttern“, betont er. Denn gerade Herdentiere würden sich immer wieder schubsen und gegenseitig umstoßen. In der neuen Anlage habe aber jedes Tier seine eigene Futter-Box. „Insgesamt gibt es dort zehn zwei Meter breite Boxen, die sich zum einen viel leichter reinigen lassen und zum anderen wird das Futter nicht nass, weil alles überdacht ist“, sagt Hennig. Auch für seine Mitarbeiter bringe die Anlage einen entscheidenden Vorteil mit sich: mehr Sicherheit. „Durch den Bau haben wir jetzt eine ganz klare Trennung zwischen Tier und Mensch.“ Schließlich wiege ein Wisent bis zu einer Tonne und auch die langen Hörner seien nicht ganz ungefährlich, so der Chef des Tierparks.

Ein weiteres Bauvorhaben, das in 2017 fertiggestellt werden soll, ist die neue Werkstatt. „Das Gebäude steht, die Heizung läuft auch und im Frühjahr geht es weiter mit dem Umzug“, sagt Hennig. Die Maschinen müssen nun noch aus der alten in die neue Werkstatt gebracht und die Lagermöglichkeiten geprüft und geplant werden. „Was wir in diesem Jahr auch noch anschaffen wollen und worüber sich zahlreiche Besucher freuen werden, ist eine neue Toilettenanlage im Falkenhof“, berichtet Hennig. Bislang stehe da immer noch eine Art Dixie-Klo. „Eine höchst unkomfortable Lösung.“

Um sich endlich von ihrem 50 Jahre alten Trecker verabschieden zu können, muss das Wisentgehege tief in die Tasche greifen. „Aber es lohnt sich“, sagt Hennig. Der neue Trecker werde deutlich kleiner und viel wendiger ausfallen. „Damit können wir Flächen und Ecken viel besser reinigen“, so der Tierpark-Chef. Auch für Mäharbeiten sei er einsetzbar. „Unsere elektrischen Zäune dürfen nicht einwachsen und per Hand macht das zu viel Arbeit.“ Das neue Gerät erleichtere den Arbeitsalltag und die Anschaffung sei „schon längst überfällig gewesen.“

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