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Wisentgehege: „Sind gut aufgestellt“

Springe. Thomas Hennig, Chef des Wisentgeheges, sieht den neuen Bestimmungen zur Tierhaltung gelassen entgegen. In fast allen Fällen würde das Wisentgehege den Tieren sogar mehr Platz bieten, als im Säugetiergutachten des Bundeslandwirtschaftsministeriums vorgeschrieben.

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Das neue Gutachten wurde vom Ministerium gemeinsam mit Gutachtern entwickelt und soll die Lebensbedingungen für Tiere in Zoos und Wildgehegen verbessern. Festgeschrieben wird unter anderem, wie viel Platz den Tieren zur Verfügung stehen soll und wie ihre Haltung erfolgen soll. Es wird künftig auch für das Wisentgehege eine Rolle spielen.

„Ich sehe da überhaupt keine Probleme“, sagt Hennig, der nicht verheimlicht, dass er mit dem Papier nicht in allen Punkten übereinstimmt. „Grundsätzlich ist es gut, wenn ein Gutachten, das über 15 Jahre alt ist, auf den neusten Stand gebracht wird“, sagt er, bemängelt jedoch, dass an der Erstellung nicht nur Zoologen und Fachleute beteiligt waren.

Die Platzfrage werde zu hoch bewertet. Hennig: „Das finde ich einseitig. Es zählt auch die Einrichtung des Geheges“: Bäume, Sandboden, Klettermöglichkeiten, all das trage zum Wohlbefinden der Tiere bei.

Nach den nüchternen Fakten steht das Wisentgehege bereits jetzt gut da. Etwa bei den Wisenten: Die brauchen laut Gutachten mindestens 400 Quadratmeter für Gruppen von bis zu fünf Tieren. In der kleinsten Anlage für die Wildrinder im Wisentgehege leben sieben Tiere auf einer Fläche von 50 000 Quadratmetern. Die Vorgaben für Elche sind laut Gutachten noch strenger. 10 000 Quadratmeter müssen für jedes erwachsene Tier da sein. „Das bekommen wir gerade so hin,“, sagt Hennig. Allerdings: Die Tiere im Wisentgehege sind noch nicht erwachsen. Die Vorgaben werden also auch hier überschritten.

„Für die Tiere hat das natürlich nur Vorteile – allerdings müssen die Zuschauer damit leben, dass sie die Bewohner zuweilen nur aus der Ferne sehen können“, weiß der 50-Jährige. Der Verband der Wildgehege, dem das Wisentgehege angehört, habe bereits seit langer Zeit strengere Vorschriften eingeführt, als die meisten Zoos und Tierparks.

Auch künftig möchte das Wisentgehege an der Politik festhalten. „Es ist immer ein Spagat, zwischen dem Publikumsinteresse und dem Tierwohl abzuwägen – aber wir sind mit unserem Konzept bisher immer gut gefahren.“ Bei künftigen Erweiterungen werde noch deutlicher auf ein großes Platzangebot für die Tiere gesetzt.

Das neu geplante Gehege für Wildkatzen soll 1000 Quadratmeter groß werden. Vorgeschrieben sind im Gutachten mindestens 20 Quadratmeter. Das Wisentgehege hat jährlich 160.000 Besucher – aus der Region und dem weiten Umkreis.rtm

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