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Wisentgehege möchte standesamtliche Hochzeiten anbieten

Das Wisentgehege Springe möchte seine Bärenbrücke für standesamtliche Trauungen öffnen. Anfragen gebe es immer wieder, sagt Tierpark-Chef Thomas Hennig. Bislang winkt die Springer Stadtverwaltung jedoch ab.

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VON MARITA SCHEFFLER

SPRINGE. Unten kuscheln die Braunpelze Siegried und Karla, oben reichen sich Braut und Bräutigam die Hände:

Zwei Jahre ist es her, dass das Wisentgehege ein Konzept für „tierische“ Hochzeiten erstellte und ans Rathaus schickte. Die Pläne wurden damals nicht öffentlich. Büroleiter Henrik Menge nimmt jetzt einen neuen Anlauf: „Wir haben nach wie vor Interesse und sind überzeugt, dass wir Paaren eine einmalige Kulisse für den schönsten Tag in ihrem Leben bieten können.“

Angestoßen wurde die Diskussion von Tierpflegern aus Leipzig, die sich ihr Eheversprechen im Wolfsgehege geben wollten, erinnert sich Hennig. Er setzte sich mit seinem Büroleiter zusammen und überlegte. Ganz so ausgefallen wie direkt bei den Wölfen müsse es ja nicht sein. Die Aussichtsbrücke über den Bären sei aber prädestiniert. Wenige Minuten entfernt steht das Köhlerhaus, eine Jagdhütte, in die Hochzeitsgesellschaften mit bis zu 50 Personen bei schlechtem Wetter ausweichen können.

Menge glaubt, aus zahlreichen Gesprächen mit Heiratswilligen herausgehört zu haben, warum vom Wisentgehege eine Faszination ausgeht: Da sind die „jahrhundertealten Eichen, die für Beständigkeit und Verbundenheit stehen“ ebenso wie „die so selten gewordenen Tierarten, die an die Einzigartigkeit des ausgewählten Lebenspartners erinnern“.

So gern die Leiterin des Springer Standesamtes, Martina Haugwitz, auch „Ja“ zu dem Angebot sagen würde, derzeit überwiegt die Skepsis: „Wir dürfen uns nicht verzetteln.“ Außer im Standesamt (Altes Rathaus) sind sie und ihre beiden Kollegen bereits im Jagdschloss, auf dem Gutshof in Gestorf, im Museum sowie neuerdings der „Paradiesschmiede“ von Andreas Rimkus unterwegs.

Für eine Stadt in der Größenordnung Springes sei das eine gigantische Auswahl – sowohl quantitativ als auch qualitativ. „Wir sind grundsätzlich aufgeschlossen, im Moment sehe ich aber keinen weiteren Bedarf“, gibt Haugwitz dem Wisentgehege vorerst einen Korb.

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