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Wisentgehege: Führungen zur Brunftzeit

ALVESRODE. Ein langes, dumpfes Röhren ist zur Zeit auf dem Gelände des Wisentgeheges zu vernehmen. Immer wieder. Seit Mitte September ist die Brunftzeit des Rotwildes im vollen Gange. Um Besucher das Naturschauspiel näher zu bringen, bietet das Team des Fördervereins Wisentgehege regelmäßig Führungen an.

Der Platzhirsch gibt in seinem Rudel den Ton an. Foto: Szabo

Autor:

Patricia Szabo

Ein Leben als Platzhirsch ist schon nicht leicht. Rund sechs Wochen lang dauert die Brunft, die Paarungszeit des Rotwildes. In dieser Zeit ist der Hirsch ständig damit beschäftigt, die Rivalen in Schach zu halten. Er vertreibt alle anderen Männchen aus seinem Revier, um die Hirschkühe um sich zu scharen. Dabei kann das imposante Tier bis zu 30 Kilo abnehmen – alles ganz schön anstrengend für das Tier.

Viele Besucher des Wildparks ergriffen die Gelegenheit, um mit einem Fernglas und Fotoapparat ausgerüstet, die Brunft aus einer sicheren Distanz beobachten zu können. In täglichen Brunftführungen erläutern Genia Zucha und Irmgard Hennig vom Förderverein Wisentgehege das alljährliche Naturschauspiel. „Die Kämpfe gibt es weniger unter den Platzhirschen, sondern viel mehr unter den Jungtieren, die nicht wissen, wohin mit den Hormonen“, erklärt Zucha. Die Hirsche wollen sich nicht gegenseitig verletzen, sondern einfach nur ihre Kräfte messen.

Im Gegensatz zu den männlichen Hirschen höre man die Hirschkühe sehr selten. Zucha kann auch dieses Verhalten erklären: „Hirschkühe hört man, wenn sie nach ihrem Nachwuchs rufen. Das passiert im Frühjahr. Im Gegensatz zu den Hirschen haben sie eine piepsige Stimme“, so die Wildtierexpertin.

Wann die Besucher die Rufe einer Hirschkuh wieder vernehmen können, steht momentan jedoch in den Sternen, denn vergangenes Jahr hat das Wisentgehege mehrere Hirsche weggegeben. Seitdem gibt es ein Nachwuchsproblem. „Wir hoffen, dass wir nicht die Zuchthirsche weggegeben haben“, sagt Zucha. Noch sei das Rudel stark. Rund 40 Tiere umfasst die Gruppe im Wisentgehege. Darunter sind auch viele Jungtiere.

Zwar finden die Brunft-Führungen aktuell nicht mehr statt, wer das Naturschauspiel aber trotzdem noch erleben will, kann dies in den nächsten eineinhalb bis zwei Wochen nachholen.

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