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Wisentgehege: Campen beim Mittsommernachtsfest

ALVESRODE. 500 Kinder und Erwachsene haben am Wochenende auf ihre weiche Matratze und das kuschelige Bettzeug zuhause verzichtet und stattdessen eine Nacht im Zelt verbracht – mitten im Wisentgehege.

Gemütliche Runde: Die Familien können ihre Zelte auf drei großen, frisch gemähten Wiesen aufschlagen. Foto: Krause

Autor:

Reinhold Krause

Beim Mittsommernachtsfest dürfen die Besucher im Tierpark campen, direkt neben Elchen und Wisenten, umgeben von Wolfsgeheul. „Wir sind mit etwa 20 Mitgliedern im Einsatz“, erzählt Brigitte Kieth, Sprecherin des Fördervereins vom Wisentgehege. Während sie spricht, klingelt ihr Notfalltelefon. Am anderen Ende sind Eltern, deren Sohn sich beim Spielen verletzt hat. Kieth steigt aufs Fahrrad und kühlt den entstandenen Bluterguss mit nassen Tüchern. Es bleibt der einzige Unfall an diesem langen Tag.

Zurück an der Station des Fördervereins reiht sich Kieth wieder in die Standbesatzung ein. Zusammen mit dem Vorsitzenden Thomas Freutel und dem Ehepaar Dorothea und Klaus Nagel gibt sie Essbares heraus: Neben Bratwurst sind Stockbrote der Renner.

Dichtbesetzte Ränge gibt es bei der Zusatzflugschau von Adler, Uhu und Co. Rouven Polep und sein Team vom Falkenhof erzählen Wissenswertes über ihre gefiederten Zöglinge. Ein Riesenandrang herrscht auch bei der Extravorführung am Wolfsgehege: 250 große und kleine Besucher versammeln sich vis-á-vis der Timberwölfe.

Die von Hand aufgezogenen Wölfe sind nicht so zahm, wie es den Anschein hat. Dass man vor den Tieren dennoch keine Angst haben muss, beweist Vogelsang, indem er zwei Gäste mit ins Gehege nimmt. Nach kurzer Zeit akzeptierten sie sie und lassen sich von ihnen kraulen.

Dann zieht die Dämmerung über den Park, und die nächste Attraktion zieht die Camper in ihren Bann: Fledermäuse. Michael Borgolte vom Naturschutzbund Springe weiß viel über die kleinen nachtaktiven Säugetiere zu berichten. Mit einem Batscanner, der die Ultraschalllaute hörbar macht, können die Anwesenden den Flug verfolgen.

Der Höhepunkt ist der große Fackelzug. Mit 200 Lichtern ziehen die Camper von der Köhlerhütte zum Schwanenteich. Wer möchte, kommt noch mit zu den Waschbären – die sind ebenso nachtaktiv wie die meisten Gäste dieser besonderen Veranstaltung. Wobei: In etlichen Kinderaugen deutet sich jetzt doch Müdigkeit an. Wie gut, dass der Schlafplatz gleich um die Ecke ist. Und sogar aufs Zähneputzen wird heute in den meisten Familien ausnahmsweise verzichtet.

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