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40 Helfer von Feuerwehr und THW sind nachts bei frostigen Temperaturen im Dauereinsatz

Wisentgehege: Brand legt Stromversorgung lahm

Alvesrode (mf). Ein Feuer hat in der Nacht zum Mittwoch erheblichen Schaden im Wisentgehege angerichtet. Ein Teil der alten Holzgebäude im Eingangsbereich brannte aus. Dabei wurde der zentrale Technikraum zerstört, was einen kompletten Stromausfall zur Folge hatte.

Wisentgehege

Der Brand war am späten Dienstagabend ausgebrochen. Gegen kurz nach 22 Uhr wurde Gehegeleiter Thomas Hennig von der zuständigen Wachfirma verständigt, wo unmittelbar zuvor ein Alarm aufgelaufen war. Hennig fuhr daraufhin umgehend in den Saupark, wo er dann durch Brandgeruch auf das Feuer in den Hütten aufmerksam wurde. Dabei handelte es sich um ein Nebengebäude des ehemaligen Kassenhäuschens, in dem nicht nur die Büros von Hennig selbst und Tierpflegemeister Oliver John untergebracht sind, sondern auch die Hauptstromversorgung für den Tierpark.

Um 22.43 Uhr wurden die Feuerwehren aus Alvesrode und Springe in Bewegung gesetzt. Die 35 Feuerwehrleute, die mit sechs Einsatzfahrzeugen angerückt waren, hatten das Feuer schnell im Griff. Allerdings konnten auch sie nicht verhindern, dass die technischen Anlagen praktisch komplett zerstört wurden.

Um die zusammengebrochene Stromversorgung so schnell wie möglich wieder herzustellen, trommelte Gehegechef Hennig noch in der Nacht den Notdienst der Stadtwerke, die Mitarbeiter einer Springer Elektrofirma und das Technische Hilfswerk zusammen. Bis kurz vor vier Uhr bastelten sie mithilfe eines Gerätekraftwagens und einer Netzersatzanlage am Aufbau einer Notstromversorgung.

Denn: Das Wisentgehege ist dringend auf Elektrizität angewiesen. „Bei diesen eisigen Temperaturen frieren die Tränken sofort ein, wenn wir sie nicht beheizen“, berichtet Hennig. Benötigt werde Strom beispielsweise auch für die Elektrozäune, die dafür sorgen, dass gefährliche Tiere nicht aus ihrem Gehege ausbrechen. Zwar gibt es hier nach Angaben Hennigs für Notfälle einen Akkubetrieb – doch der funktioniere eben auch nur für eine kurze Zeit.

Noch in der Nacht machte sich die Polizei vor Ort ein Bild von der Lage, gestern Vormittag untersuchten Brandermittler der Kripo Hannover die zerstörte Hütte. Nach ersten Erkenntnissen soll eine Überspannung im Bereich einer Steckdose das Feuer verursacht haben.

Die genaue Schadenshöhe konnte Hennig gestern noch nicht beziffern. Die Hütten selbst hätten ohnehin demnächst abgerissen werden sollen. „Das dürfte nun etwas schneller als geplant über die Bühne gehen“, meint der Gehegeleiter. Allerdings sollten eigentlich Teile des nun zerstörten technischen Inventars mit ins neue Gebäude ziehen.

Hinzu kommt: Wie bei Vermögenswerten des Landes üblich, sind die Gebäude beziehungsweise deren Inhalt nicht versichert. Hennigs eigenes Büro ist zwar nicht unmittelbar durch die Flammen in Mitleidenschaft gezogen, aber so stark verrußt, dass es vorerst nicht mehr genutzt werden kann.

Ausgerechnet gestern hatte übrigens der neue Büroleiter des Wisentgeheges, der vom Zoo Hannover abgeworben wurde und Hennig künftig entlasten soll, seinen ersten Arbeitstag. Ein Start unter erschwerten Bedingungen: Das Wisentgehege ist derzeit weder per Telefon, noch per Fax oder E-Mail erreichbar. Deshalb vermeldete Hennig den Brand und die daraus resultierenden Einschränkungen gestern noch in den frühen Morgenstunden im Online-Netzwerk Facebook.

Der Betrieb geht aber weiter. Barzahler haben an der Eintrittskasse keine Schwierigkeiten, lediglich Jahreskarten können derzeit noch nicht wieder ausgestellt werden. Die Telefonverbindung ins Wisentgehege wird voraussichtlich erst in einigen Wochen wieder funktionieren.

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