weather-image
16°

Vom Herbstzauber des Hubertusfestes

ALVESRODE. Farbenprächtig, facettenreich und viel beachtet: Das 33. Hubertusfest hat an diesem Wochenende mehr als zehntausend Besucher angelockt. Weit über die Grenzen der Region hinaus hat sich das Großereignis im Wisentgehege viele Freunde gemacht.

Rund um die Köhlerhütte stärkten sich die Besucher des Hubertusfests bei einem vielfältigen kulinarischen Angebot. Foto: Brinkmann-Thies

Autor:

Anne Brinkmann-Thies

„Das Hubertusfest hat einen ganz eigenen Zauber“, sagte Erika Schow. Sie war mit ihrer Familie und Freunden aus Braunschweig in den Saupark gekommen und voll des Lobes. Die Stimmung sei sehr nett, es gebe viele Informationen und viele Stände. Und auch die Organisation sei gut, befand sie. Erstaunt und erfreut über den Umfang des Festes zeigte sich Familie Bettex aus Hannover. „Das ist ein richtiges Event, hier kann man viel entdecken“, freute sich Florian Bettex.

91 Aussteller sorgten an zwei Tagen dafür, dass die Besucher unter dem herbstlich gefärbten Laubdach voll auf ihre Kosten kamen. Der Förderverein Freunde des Wisentgeheges betreute gleich mehrere Stände, an denen kleine und große Besucher ihre Geschicklichkeit zeigen konnten. Die Künstlerin Jeana Sino, eine syrische Jesidin, hatte zwei Wolfsbilder gezeichnet, die für je 160 Euro versteigert wurden. Der Erlös fließt in den Förderverein.

Groß war das Interesse auch an den Info-Ständen, die die Pilz-AG des Fördervereins mit 110 verschiedenen Pilzsorten bestückt hatten. Bei einem Pilzrätsel konnten die Besucher zudem ihr Wissen unter Beweis stellen. Den Fliegenpilz erkannten die meisten. Aber wer hatte schon einmal etwas vom Nebelgrauen Trichterling gehört? Wohlbekannt waren indes die lecker zubereiteten Champignons, für deren Genuss sich lange Schlangen gebildet hatten.

Einblicke in unsere eigene Kulturgeschichte zeigten die Vertreter des Museums für Landtechnik und Landarbeit aus Börry. Hier mahlten und kochten Museumswart Dieter Brockmann und Vorstandsmitglied Volker Meyer auf einem historischen Herd echten Malzkaffee aus Gerste.

Ein kleines Zeltdorf hatte der Springer Nabu aufgebaut. Vom Nistkastenbau über Kinderschminken und vielfältige Informationen etwa zum Thema Fledermäuse reichte das Angebot der Naturfreunde.

Wer sich im Bogenschießen versuchen wollte, war am Schießstand des VfV Concordia richtig. Hier bildeten sich lange Schlangen. Auch Detlev Bohle etwa ließ sich von den Mitgliedern der Bogensparte in die richtige Technik einweisen. „Ich habe das vor vielen Jahren schon einmal probiert und möchte es jetzt noch einmal machen“, erklärte er. Höhenflüge unternahmen zur gleichen Zeit nebenan am Bungee-Trampolin vor allem die jüngeren Besucher und gewannen so ihren ganz eigene Sicht über weite Teile des Geheges. Stimmungsvoll ging es zu beim Verein Christlicher Pfadfinder vom Stamm Chico Mendes aus Altenhagen I. In der großen Jurte loderte ein Feuer, Siele luden zum Mitmachen. Vielfältige Informationen erwarteten die Besucher zudem an zahlreichen Stellen. Im Waldpädagogikzentrum etwa wurde mittels Präparaten gezeigt, wie die Wildtiere die kalte Jahreszeit überstehen. Aber im Mittelpunkt standen natürlich auch die quicklebendigen Tiere. Die Besucher bekamen spannende Einblicke bei den Wolfspräsentationen von Matthias und Birgit Vogelsang. Auf dem Falkenhof von Rouven Polep zeigten die gefiederten Flugkünstler bei beeindruckenden Flugshows ihr Können. Für das leibliche Wohl sorgten unter anderem die Landfrauen vom Kreisverband Springe, die mit Bratenklüten eine gehaltvolle Spezialität servierte. Mit dabei waren auch die Service-Clubs Lions Springe und der Kiwanis, die die Gäste für die gute Sache mit Leckereien stärkten oder wie Lions Deister Fontana einen Luftballonwettbewerb starteten. Zu den Höhepunkten des Hubertusfestes zählte traditionell die ökumenisch gefeierte Hubertusmesse am Sonntagmittag. Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst vom Parforcehorncorps Hannover – Treffpunkt Fermate.

„Goldenes Rebhuhn“ für den Nabu-Mann: Mit dem „Goldenen Rebhuhn“ hat die Landesjägerschaft Niedersachsen während des Hubertusfestes den Springer Karl Haverkamp vom Naturschutzbund, Ortsgruppe Springe, ausgezeichnet. Volker Gniesmer, Vorsitzender der Jägerschaft Springe, überreichte dem Naturfreund die Urkunde. Anschließend intonierte die Bläsergruppe der Jägerschaft Springe die „Hegewartsfanfare“ und ließ Haverkamp auch musikalisch hoch leben.

Mit Haverkamp ehrte die Landesjägerschaft einen „Nichtjäger“, der sich für Naturschutz und Hege einsetzt. Gemeinsam mit der Jägerschaft Springe und dem Nabu macht sich der 89-jährige Springer seit vielen Jahren für den Schutz und Erhalt der Fledermäuse verdient, erklärte Gniesmer in seiner Laudatio.

Haverkamp setze sich besonders für das Öko-System Wald ein, indem er auch Nistkästen in den Wäldern rund um Springe anbringe und betreue und zudem intensiv über die Bedeutung des Lebensraums Walds aufkläre. Haverkamp kümmere sich zudem um Orchideen im Bereich des Springer Steinbruchs und gibt sein Wissen an alle Interessierten weiter.

„Ich freue mich über die Auszeichnung“, erklärte der Geehrte.

Anzeigen

 

 

Weiterführende Artikel
    Kommentare