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Fremder Vogel baut Nest auf Voliere

Storch auf Storch: Kurioses Wohnen im Wisentgehege

Alvesrode (zett). Die Situation kennt man eigentlich nur aus der Großstadt: Dort wohnen die Menschen manchmal so eng an eng, dass man das Gefühl hat, der Nachbar oben drüber sitzt einem fast auf dem Kopf. Doch auch die Natur hält so ihre kuriosen Wohnsituationen parat. Bestes Beispiel: der Storch, der im Wisentgehege seit ein paar Tagen sein Nest auf der Voliere des Vogelgeheges – direkt über einem bereits bestehenden Horst, in dem ein Storchenpärchen gerade drei Eier ausbrütet.

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Was inzwischen zu einer kleinen Besucherattraktion geworden ist, bereitet Gehegeleiter Thomas Hennig auch die eine oder andere Sorge: Denn durch die schweren Äste des neuen Nestes hängt das Deckennetz immer weiter durch und kommt den werdenden Vogeleltern bedrohlich nahe. Für diese erschwere sich dadurch der Anflug aufs Nest; sie könnten sich aber auch beim Brüten gestört fühlen. Um genau das zu vermeiden, will auch Hennig nicht eingreifen: „Wenn ich da jetzt hochgehe und das neue Nest runterreiße, stört das ja auch“, sagt der Tierpark-Leiter.

Also hilft nur: abwarten und zuschauen. Wie lange der Storch bleibt? Hennig zuckt mit den Schultern: „Möglicherweise sogar das Frühjahr über“. Auch über die Motive des frechen Mitbewohners auf der anderen Netzseite kann er nur spekulieren: „Normalerweise benutzen Störche das gleiche Nest wie aus dem Vorjahr, reparieren es ein bisschen und warten dann auf ihren Partner.“ Doch in diesem Fall scheint es sich um einen Single-Storch mit dem Wunsch nach einer neuen Wohnlage zu handeln.

Damit er zumindest nicht allein bleiben muss, hat sich Hennig schon hinter das Telefon geklemmt; Kontakt zu anderen Storchzucht-Stellen aufgenommen. „Bislang hatte aber niemand ein Tier übrig“, sagt der Gehegeleiter. Zusätzliches Problem: Bislang ist unklar, ob es sich bei dem Neuzugang um ein Männchen oder ein Weibchen handelt.

Fest steht nur: Der Nestbauer hat sich recht häuslich eingerichtet an seinem ungewöhnlichen Fleck. Er fliegt umher, sammelt Stöcke – und versteht sich offenbar mit seinen Nachbarn: „Die begrüßen sich und klappern auch mal zu dritt mit den Schnäbeln“, hat Hennig beobachtet. Er fühlt sich an eine ähnliche Situation erinnert, die sich vor 14 Jahren im Gehege abspielte: Damals war Hennigs Vater Joachim noch Leiter der Anlage. Er besorgte für einen zugereisten Storch einen Partner – und die beiden Vögel zogen zwei Küken groß.

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