weather-image
Nachwuchs für das Rudel im Wisentgehege

Sanfte Pfoten, scharfe Zähne: Die Wölfe sind da

Alvesrode. An den Zäunen drücken sich die Besucher schon die Nasen platt. Nur aus der Ferne sehen sie, dass es Nachwuchs im Wisentgehege gibt. Tierkinder, die ganz sicher die neuen Publikumslieblinge werden: Fünf junge Polarwölfe sind eingezogen. Vielleicht dürfen sie schon Sonntag zu ihren älteren Artgenossen.

270_008_5710293_1.jpg

Autor:

Markus Richter

„Wir freuen uns ganz doll“, sagt Gehegeleiter Thomas Hennig. Nach zwei Jahren wird der Sozialisierungsversuch unter der Leitung von Forscher Matthias Vogelsang fortgesetzt. Zwischendurch hatte es immer wieder Erfolge, aber auch schicksalsschwere Rückschläge gegeben: Ende Oktober 2010 starb Rüde Nodin aufgrund eines Nierenversagens durch eine bakterielle Infektion, seine Polarwolfsschwester Claire verletzte sich, musste mehrfach am Knie operiert werden. Die Re-Integration klappte auf Dauer im Gehege nicht. Die Fehe lebt inzwischen zuhause bei Vogelsangs, und dort übernahm sie in den vergangenen Wochen die Mama-Rolle für den wilden Nachwuchs: Lomasi, Tenya, Tadewi, Cheenook, Makui und Akai heißen die jungen Racker mit dem weißen Fell, von denen fünf am Donnerstag ins kleine Gehege gezogen waren und sich einen Tag ganz ohne Fotografen eingewöhnten. Ein kleiner Polarwolf wird bei Claire aufwachsen und ihr Gesellschaft leisten.

Die drei Jungs und zwei Mädels, die möglicherweise schon Sonntag am späten Vormittag zu den vier zweijährigen Timberwölfen gelassen werden, kommen aus dem Tierpark Petersberg in Halle/Saale und aus dem schwäbischen Tripsdrill.

Wer auf verschmuste Kuschelgesellen hofft, irrt sich allerdings: „Das sind reine Raubtiere“, weiß Vogelsang. Auch für den Experten wird der Moment spannend, in dem der Durchgang zum großen Freilandgehege geöffnet wird. „Die Großen sind sich ihrer Stärke bewusst.“ Mit einem Biss könnten sie die Jüngeren töten. Doch das Wisentgehege glaubt nicht, dass der Versuch scheitert. Vogelsang hat beobachtet, dass es weder Argwohn noch Aggressionen bei den ersten Sichtkontakten gab. Eher Neugier.

Die fünf Polarwölfe, jetzt zwölf beziehungsweise 13 Wochen alt, verhalten sich anders als die Timbers: Sie sind von Natur aus arktische Temperaturen gewöhnt. Sie laufen anders. Und sie „beißen“ ins Wasser – so bekommen sie Flüssigkeit aus dem Eis, die sie im Maul erwärmen und dann schlucken. Apropos: Die Kleinen haben einen Bärenappetit. Sie sind nicht nur auf Fleisch, sondern auch auf Trockenfutter scharf.

Anzeigen

 

 

Weiterführende Artikel
    Kommentare