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Baumwipfelpfad: Wisentgehege tritt auf die Euphorie-Bremse

SPRINGE. Die Euphorie bei den Springern ist riesig: Das Wisentgehege soll einen Baumwipfelpfad bekommen – heißt es auf Facebook und in einer Studie. Der Beitrag mit 341 Reaktionen wurde 60 Mal geteilt und 77 Mal kommentiert. Jetzt tritt das Gehege auf die Euphorie-Bremse.

Ein einmaliger Spaziergang hoch hinaus durch die Baumkronen des Wisentgeheges. Foto: Mischer
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Saskia Helmbrecht Volontärin zur Autorenseite

Es handele sich nur um eine Umfrage einer Master-Studentin der Leibniz-Universität Hannover, betont Gehege-Leiter Thomas Hennig. Ein Baumwipfelpfad sei überhaupt nicht in Planung. Dabei heißt es in der Umfrage konkret: „Das Wisentgehege plant einen Baumwipfelpfad.“

„Das Ganze ist maximal eine Vision. Wir wollten es der Studentin aber ermöglichen, ihre Masterarbeit über das Wisentgehege zu schreiben“, sagt Hennig. Henrik Menge, der das studentische Projekt vom Wisentgehege aus betreut, schließt sich Hennig an: Ein derartiges Vorhaben stehe nicht auf dem Plan. Dennoch: „Wir hatten auf positive Resonanz gehofft.“

Sogar Bürgermeister Christian Springfeld kommentierte bei Facebook: „Ja, bitte! Sehr cool! Natürlich in schick und nicht in klobig.“ Zahlreiche weitere Nutzer würden einen Baumwipfelpfad begrüßen – machen aber auch auf hohe Kosten aufmerksam. „Wir würden uns da in einer Größenordnung von fünf Millionen Euro bewegen“, betont Menge. Das Team bremse jetzt bewusst alle Anfragen aus, will keine Hoffnungen wecken. „Die Universität freut sich gleichzeitig über das große Interesse, das die Umfrage geweckt hat.“

Interesse an den Ergebnissen der Masterarbeit hat das Wisentgehege trotzdem. Die Umfrage werde am Ende ausgewertet und Hennig vorgelegt. Spannendste Frage ist aus Sicht Menges die letzte: Welchen Eintrittspreis wären Besucher bereit zu zahlen, wenn das Wisentgehege einen Pfad hätte? „Wir sind sehr gespannt auf diesen Wert.“ Auch wenn der Tierpark nichts Konkretes plant, wie er immer wieder betont.

Die Mitarbeiter wollen die Umfrage trotzdem für sich nutzen. Denn auf Facebook kommentieren die Nutzer nicht nur die Einrichtung eines Pfades, sondern schreiben auch andere Wünsche auf, formulieren Verbesserungsvorschläge und machen auf Baustellen des Geheges aufmerksam. Die Springer kritisieren etwa die fehlenden Sanitäranlagen. Für Menge ist das eine klare Bestätigung der Pläne des Wisentgeheges – denn noch in diesem Jahr sollen neue Toiletten in der Nähe des Falkenhofes gebaut werden. „Das ist natürlich eine gute Sache, wenn wir bereits dabei sind, einige Wünsche umzusetzen.“ Andere Internetnutzer vermissen zum Beispiel die Eulen, ein Mann wünscht sich wieder einen Mittelaltermarkt. „Wir nehmen die Hinweise von Einzelnen sehr ernst.“ Menge will erst einmal abwarten: „Die Idee des Pfads ist zwar interessant, aber wir müssen sehen, was die Zukunft bringt.“ Ende vergangener Woche haben mehr als 500 Interessierte an der Umfrage teilgenommen.

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