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Mittsommernacht: Lagerfeuer, heulende Wölfe und grunzende Wildschweine

Abenteuer Wildnis

Alvesrode. Brennende Lagerfeuer, um die sich Kinder und Erwachsene sammeln. Im Hintergrund heulen Wölfe, auch die Wildschweine sind noch unterwegs. Zelte, soweit das Auge auf den Plätzen blicken kann. Im Wisentgehege ist Mittsommernacht, die Tore sind auch in der Nacht weit geöffnet.

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Autor:

von Heinz Bähre

Schon am Mittag ist der Hauptparkplatz vor dem Gehege gefüllt. Bollerwagen mit kleinen Kindern, Zelten und Zubehör werden von Erwachsenen in den Tierpark gezogen. Für den Nachmittag und bis weit in die Nacht hinein bietet das Wisentgehege ein bekannt umfangreiches Programm, lehrreich und unterhaltsam für Groß und Klein. Am Nachmittag füllen sich auch die Behelfsparkplätze. Vom Haupteingang gibt es einen Kutschen-Pendelverkehr zu den Zeltplätzen. Bollerwagen oder Pferdegespann – beides bietet einen spannenden Einstieg für das Abenteuer. Nach dem Zeltaufbau wird das Gelände erkundet. Elche, Wildschweine, Bären und Wölfe fallen sofort auf. Aber auch kleinere Tiere werden nach und nach in ihren Gehegen entdeckt. Der Duellplatz hat seine alte Funktion längst verloren. Beim Mittsommernachtsfest steht dort Ponyreiten auf dem Programm. Am Falkenhof führen die Greifvögel ihre Flugkünste vor. Auch die Polar- und Timberwölfe haben eine ungebrochen große Fangemeinde.

Höhepunkt ist der Umzug in der Nacht. An der Köhlerhütte werden nach und nach die Fackeln angezündet. 250 Stück haben die Mitarbeiter vorbereitet, aber dann müssen doch noch schnell einige Stiele mit den Wachstüchern zusammengesteckt werden. Die Großen tragen die Fackeln, die Kleinen laufen mit großen Augen nebenher oder fahren Bollerwagen. Der Umzug führt auf den befestigten Wegen zu den Waschbären, die sich kurz vor Mitternacht über die zahlreichen Besucher zur ungewohnten Tageszeit wundern. Dort endet die Aktion mit einer kurzen Präsentation der Tiere.

Mancher ist aber nicht beim Umzug dabei. Die Kleinsten schlafen bereits im Zelt, die anderen hocken am Lagerfeuer und genießen das Stockbrot. Gemeinsam plaudern sich alle in die Nacht hinein und lassen sich von einigen Tröpfchen aus den Wolken nicht die Stimmung verderben.

Der Springer Naturschutzbund hat wieder eine Fledermauswanderung organisiert. Mitglieder erläutern das Verhalten der faszinierenden Säuger. An der Sikawiese bildet sich ein großer Kreis für ein Hörerlebnis. Fledermäuse „sehen“ mit den Ohren und können sich so ein sehr gutes Hörbild von ihrer Umgebung verschaffen. Mit verbundenen Augen erleben die Kinder, wie man sich durch Hören orientieren kann.

Im Gegensatz zum Vorjahr ist das Wetter den Teilnehmern wohlgesonnen – die Nacht verläuft ruhig. Zum Frühstück wird der mitgebrachte Proviant verzehrt, aber Kaffee und Brötchen gibt es auch vor Ort zu erstehen. Erst nach und nach bauen die Besucher ihre Zeltstadt ab, niemanden drängt es angesichts der angenehmen Atmosphäre nach Hause.

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