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Seit 50 Jahren Bildungsarbeit der Berufsgenossenschaften

BAD MÜNDER. Verwaltungsleiter Helmut Eickermann und Geschäftsführer Arno Bannasch sind zu recht stolz. Seit 1967 leistet die Bildungsstätte der Berufsgenossenschaften am Deisterhang wichtige Aufklärungsarbeit in Sachen Arbeitsschutz, Sicherheit und Prävention.

Stolz auf die Möglichkeiten der Bildungsstätte: Geschäftsführer Arno Bannasch (l.) und Verwaltungsleiter Helmut Eickermann. Foto: Huppert

Autor

Christoph Huppert Reporter

„Wir sind als Verein organisiert und fünf Berufsgenossenschaften sind unsere Mitglieder und Träger“, erklärt Helmut Eickermann, der die Einrichtung seit 1985 leitet.

Vielen Münderanern ist die Bildungsstätte vor allem vom alljährlichen Neujahrsempfang des Ortsrates bekannt, der in der weiträumigen Kantine mit ihrem prächtigen Ausblick über die Stadt und das Deister-Sünteltal stattfindet. Den Blick genießen auch die Teilnehmer der zahlreichen Tagungen, Kongresse, Präsentationen und Fortbildungsveranstaltungen, für die die Bildungsstätte errichtet wurde. „Die Berufsgenossenschaften decken als Träger der gesetzlichen Unfallversicherung zum einen das Unfall- und Berufskrankheitenrisiko ab, kümmern sich darüber hinaus aber auch um den Bereich der Prävention“,erläutert Arno Bannasch.

In Sachen Unfallverhütung erfahren die Teilnehmer, die in der Regel aus einem etwa 300 Kilometerradius nach Bad Münder kommen, jeweils das Neueste. In den vergangenen Jahren ist darüber hinaus im Bildungszentrum eine mehr als 600 Quadratmeter große Praxishalle für Ausbildungs- und Unterrichtszwecke entstanden. „Da finden sie ein eingerüstetes Musterhaus ebenso wie Baustellen samt Absperrungen und ein kleines Hochlager. Alle erdenklichen Gefährdungssituationen können praxisnah durchgespielt werden“, so Bannasch.

In pädagogisch zeitgemäßer Kleingruppenarbeit werden die Teilnehmer mit neuesten Sicherheitsstandards vertraut gemacht. „Unser Ansatz ist dabei ganzheitlich“, sagt Bannasch. Was bedeutet, dass sowohl Berufsanfänger, und auch „alte Hasen“, die schon alles zu wissen glauben, aber auch Unternehmer ganz unterschiedlicher Branchen ein Sicherheitstraining bekommen. Regelmäßige Auffrischungsseminare und eine kontinuierliche Weiterentwicklung stehen im Mittelpunkt der Bildungsarbeit.

Mit Erfolg, wie der Blick in die Statistik deutlich macht: Seit 1995 haben sich die „meldepflichtigen Arbeitsunfälle“ von 46,68 je 1000 Vollarbeiter auf 22,82 mehr als halbiert.

„Natürlich geht es immer noch um Themen wie Arbeitsschuhe, Absturzsicherungen, Helm- und Schutzbrillenpflicht“ erklärt Bannasch. Doch auch sich verändernden Entwicklungen wie etwa der zunehmenden Montagetätigkeit im Zimmereihandwerk tragen die Schulungen Rechnung.

Warum als Standort gerade Bad Münder? Wäre eine solche Einrichtung in einem regionalen Zentrum nicht besser aufgehoben? Keinesfalls, sagt Bannasch, und Eickermann bestätigt diese Einschätzung. Gerade die idyllische ländliche Umgebung eröffne den rund 8000 Gästen pro Jahr die Möglichkeit, sich untereinander nicht nur besser kennen zu lernen, sondern sich ohne größere Ablenkung auf die jeweiligen Inhalte zu konzentrieren. Eickermann: „Die Rückmeldungen zur Ausstattung und zum Serviceangebot des Hauses sind ausgesprochen positiv.“ Und auch Bannasch bestätigt die hohe Attraktivität der in dem nach und nach zu einem auch architektonisch hochmodernen Gebäude entwickelten untergebrachten Bildungseinrichtung.“

„Wir verstehen uns als aktiven Teil der örtlichen Gemeinschaft“, stellt er klar und lobt die gute Zusammenarbeit zwischen Stadt, Berufsgenossenschaften und Landkreis. „Wir als Berufsgenossenschaft bekennen uns nachdrücklich zum Standort Bad Münder, der ja schwerpunktmäßig auch auf Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen setzt.“

Die Perspektiven der Bildungsarbeit der Berufsgenossenschaften am Deisterhang sind auch für die kommenden Jahre gesichert. Dafür investiert das Bildungszentrum auch in besonders umweltfreundliche Technologien.

Information

Die Bildungsstätte der Berufsgenossenschaft in Bad Münder bietet 120 modern ausgestattete Teilnehmer-Zimmer für die durchschnittlich 20 Gäste umfassenden Lehrgänge. Finanziert werden die für die Teilnehmer kostenfreien Seminare durch die fünf die Schule tragenden Berufsgenossenschaften: die der Bauwirtschaft, Handel und Warenlogistik, Rohstoffe und Chemische Industrie, Nahrungsmittel und Gastgewerbe sowie der Berufsgenossenschaft Energie, Textil, Elektro und Medienerzeugnisse.

Die Seminarangebote reichen dabei von Kursen für Gebäudereiniger („Hautschutz bei Reinigungsarbeiten in feuchtem Milieu“) über ergonomische Rückenschulungen für Bildschirm- und Bürobeschäftigte bis hin zu Fachseminaren, Prüfungsvorbereitungen und Fachprüfungen für „befähigte Personen zur wiederkehrenden Prüfung von Erd- und Straßenbaumaschinen“. Helmut Eickermann: „In unserer Praxishalle kann zur Prüfungsvorbereitung unter realistischen Arbeitsbedingungen vom sichere Umgang mit Rohstoffen bis hin zur Rettung aus Schächten fast alles geübt werden.“

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