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Posthotel-Akademie in Bad Münder: Die Banker vom Berghang

BAD MÜNDER. „Wir hören es immer wieder: dieses Haus ist der ideale Lernort“, sagt Torsten Scholz, Geschäftsführer der Postbank Akademie in Bad Münder, „raus aus dem Alltagsgeschäft, raus aus der Zentrale Hameln, aus Filialen und Standorten.“ In den zurückliegenden Wochen sagten das die auszubildenden Bankkaufleute.

Büffeln für Bestnoten: Künftige Bankkaufleute sind regelmäßig in Bad Münder zu Gast. Fotos: Voigtmann

Autor

Horst Voigtmann Reporter

Die Auszubildenden besuchen nicht die Berufsschule, sondern die Postbank-Akademie während ihrer Ausbildung besuchen. „Die meisten, die hier zur Ausbildung kommen, haben ihre Schule mit dem Abitur abgeschlossen. Deshalb geht die Ausbildung auch nur über zwei Jahre.“ Pro Jahrgang bereiten sich so 50 bis 60 Teilnehmer auf ihre Abschlüsse vor, schätzt Scholz. Darunter seien auch Auszubildende, die nicht Deutsch als Muttersprache gelernt hatten – Probleme gebe es deshalb keine, betont der Geschäftsführer.

Trainiert werden die künftigen Bankkaufleute von Dozenten der „Frankfurt School of Finance“, der renommierten Privat-Universität aus der Bankenmetropole am Main.

Einer der Auszubildenden ist Sascha Leedle. Er arbeitet normalerweise in der Gebietsdirektion in Stuttgart. Im September hat die Ausbildung für ihn begonnen, im Frühjahr 2018 will er fertig sein. „Ich würde gern weiter im Vertrieb, in der Kundenberatung tätig sein“, erzählt er über seine Ziele. „Wir arbeiten nicht in einer Bankfiliale, sondern wir fahren auch zu den Kunden nach Hause, um sie zu beraten.“ Zu den Beratungsthemen zählen Bausparen, Vorsorge und Versicherung.

Allerdings sind die Finanz-Azubis nicht die einzigen Gäste in der Postbank-Akademie nahe der Gaststätte Ziegenbuche, erinnert Ulrich Rogmann, der im Haus für die Gastronomie und Hotelbelegung zuständig ist. Regelmäßig kommen auch Mitarbeiter aus der Zentrale und den Filialen aus dem ganzen Bundesgebiet nach Bad Münder, um für den Arbeitsalltag zu lernen. Dazu zählen Vertriebs-Mitarbeiter, die auch die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Kundenberatung beherrschen müssen.

Entsprechend ist die Ausstattung zweckmäßig und technisch ausgefeilt in den hellen Räumen. Abgesehen von den Gruppenräumen sind überall Beamer vorhanden, Tafeln und Präsentationswände stehen überall bereit. Das Mobiliar ist flexibel.

„Uns ist es auch wichtig, dass die Mitarbeiter Zeit finden, sich miteinander über den Beruf zu unterhalten und sich zu vernetzen“, erklärt Schulte weiter. „Das ist hier zwar das letzte Haus vorm Wald, aber als Lernort für diesen Zweck genau richtig.“

Wichtig sei für den Standort die Autobahnanbindung, auch wenn es von Süden etwas weiter bis Bad Münder sei, und die Bahnanbindung. Gelegentlich kämen auch Gäste aus dem Süden per Flugzeug, aber das sei die Ausnahme. Demzufolge kommt auf jeden Gast ein Parkplatz vor der Tür – etwa 50 Stück.

Vorherrschend sind Einzelzimmer, lediglich vier Betten stehen in Doppelzimmern. „Und wenn wir einmal mehr Gäste als Betten haben, dann greifen die guten Kontakte, die wir in Richtung Ziegenbuche und Bildungshaus der IG BCE haben“, sagt Ulrich Rogmann über die engen Kontakte am Deisterhang. „Wir helfen uns da gegenseitig.“

Rogmann ist außerdem stolz auf die hohe Qualität der Küche, die täglich drei Gerichte anbietet – auch Trends wie vegetarische Ernährung werden nach seiner Aussage berücksichtigt. Ein Blick auf die aktuelle Speisekarte verrät: Es gibt beispielsweise einen schwäbischen Spätzleteller mit Schweinefilet, Champignons und Gemüse oder ein Geflügelbrustfilet Pariser Art mit Gratinkartoffeln und Erbsen. Das vegetarische Gericht sind gefüllte Kartoffeltaschen mit Frischkäse auf Gemüse.

Das Gebäude der Postbank-Akademie wurde 1957 erbaut, zunächst als Haus der Gewerkschaft Holz und Kunststoff. In den 70er Jahren wurden es vom BHW übernommen. Den Titel Postbank-Akademie trägt es seit dem Jahr 2006. Neun Mitarbeiter kümmern sich um die rund 50 Gäste des Hauses. Mit 9500 Übernachtungen an den Werktagen ist das Haus laut der Geschäftsführer nahezu ausgelastet.

Für die Teilnehmer gibt es Kaffee, Snacks und Obst gratis, die Küche bietet täglich drei wechselnde Gerichte an. Die Gäste sind Mitarbeiter und Auszubildende aus dem Finanzsektor und Immobilienmakler, auch andere Gruppen sind erwünscht. Bei Engpässen werden Zimmer in der Ziegenbuche oder im Wilhelm-Gefeller-Bildungszentrum zugebucht.

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