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Mediclin – eine feste Größe am Deisterhang

BAD MÜNDER. Fünf Fachkliniken, eine Seniorenresidenz, ein ambulanter Pflegedienst, einige Tochtergesellschaften – unter dem Dach der Mediclin hat sich seit dem Bau der Klinik im Jahr 1994/95 viel getan. Und mit der Übernahme der Reha-Klinik ist die Mediclin zu einem der größten Arbeitgeber in Bad Münder avanciert.

Gefragte Fachleute: Rund 30 Ärzte beschäftigt die Mediclin in Bad Münder.
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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Größter Arbeitgeber im Gesundheitsbereich ist sie ohnehin. Rund 290 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen aktuell am Deisterhang. Und auch die Zahl der Übernachtungen ist eindrucksvoll: „Wir gehen davon aus, dass wir hier am Standort Bad Münder im kommenden Jahr an die 135 000 Übernachtungsgäste haben werden“, erklärt Jan Kiemele, Kaufmännischer Direktor.

Dass die Bedeutung der Einrichtungen für die Stadt nach und nach gewachsen ist, ist Kiemele durchaus bewusst – ein Bewusstsein, das sich in einigen Bereichen Bad Münders allerdings erst langsam entwickelt. Viele Jahre kam für Politik und Verwaltung an erster Stelle die Awo mit ihren Unternehmungen. Entsprechend groß fiel der Schock nach Bekanntwerden der Insolvenz aus.

Gestartet ist Mediclin in Bad Münder mit den Bereichen Onkologie und Psychosomatik, heute gibt es Fachkliniken für psychosomatische Rehabilitation, für psychosomatische Akutbehandlung, für Onkologie und Gastroenterologie, für Onkologie und HNO sowie für Urologie und Nephrologie. Mitarbeiter kommen nicht nur aus Bad Münder, als Arbeitgeber strahlt die Mediclin weit in die Region. Kiemele: „Wir haben eine hohe Fachkraftquote in unseren Einrichtungen, wir akquirieren hoch spezialisierte Kräfte nicht zwingend in der Region Bad Münder. Die kommen auch mal von weiter her und siedeln sich dann hier auch an. Menschen, die Leben in den Ort bringen, die Steuern zahlen, die Expertise in die Region bringen.“

Neben den Kliniken mit unterschiedlichen Schwerpunkten hat sich auch die Senioreneinrichtung einen Namen gemacht. 2011 positionierte sich die Mediclin hier neu: Bei einem Neubau wurde ein Demenz-Konzept in den Vordergrund gestellt: „Man hat so gebaut, wie es nach damaligem Stand des Wissens optimal war – mit Wohngruppen, mit zwei Ebenen, einem Hof, der offen wirkt, aber so gestaltet ist, dass sich auch bewegungseingeschränkte Bewohner gut bewegen können“, macht Kiemele deutlich. Dass das Konzept ankommt, zeigen die anhaltend hohen Belegungszahlen.

Ein außergewöhnliches Konzept, dass sich bewährt hat, gibt es auch in einem ganz anderen Bereich: In der Mediclin-Einrichtung sind Eltern mit Kindern willkommen, es gibt eine Kinderbetreuung, in der bis zu zwölf Kinder im Alter von ein bis zwölf Jahre aufgenommen werden können. „Bei vier bis fünf Wochen Reha-Dauer gibt es für alleinerziehende Eltern ganz massive Probleme. Wer hat schon die Möglichkeit, sein Kind für diese Zeit irgendwo unterzubringen?“, sagt Kiemele. Enge Kooperationen mit den Schulen in der Region seien entstanden, in denen auch die schulpflichtigen Kinder von Patienten auf Zeit untergebracht werden können. „Das läuft wirklich toll.“

Ein Dauerthema am Deisterhang ist die Park-Situation – und auch die Mediclin hat sich damit in den vergangenen Jahren intensiv beschäftigt. „Das ist natürlich ein Thema. Wir haben viele Parkplätze, aber wir sind nicht die Einzigen, die sie nutzen“, so der Direktor. Als zur Übernahme der Reha-Klinik die Mediclin das Problem fehlender Parkmöglichkeiten in Angriff nahm, sei die Unterstützung von Stadt und Landkreis groß gewesen. „Jetzt sind wir auf gutem Weg. Die Änderung des Bebauungsplanes ist angestoßen“, sagt Kiemele.

Inzwischen heißt die ehemalige Reha-Klinik „Haus Deister“ und gehört zur Mediclin – und die Übernahme der Klinik wertet Kiemele als wichtigen Schritt für die Stadt und die Mitarbeiter der ehemaligen Awo-Einrichtung. „Ich glaube, dass es für die Mitarbeiter gut ist, dass nach zwei Jahren Insolvenz dort jemand aktiv geworden ist, der seit vielen Jahren am Standort präsent ist.“ Für Bad Münder sei die „weiße Industrie“ ein wichtiges Pfund, entsprechend sei es wichtig, die Einrichtung auch zu halten. „Das sind Arbeitsplätze, das sind Besucher, die kommen – das ist schon wichtig. Für die Stadt Bad Münder ist es gut, dass da Ruhe einkehrt.“

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