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Lehrgangswerk Haas bereitet Teilnehmer auf Prüfungen vor

SPRINGE. Betritt man die Räumlichkeiten des Lehrgangswerks Haas herrscht vor allem eins: Ruhe. Die Türen der einzelnen Hörsäle stehen zwar offen, trotzdem ist es in der Vorhalle still. Aktuell sind angehende Steuerberater im Haus. Sie bereiten sich auf ihre Prüfungen im Oktober vor.

Die Steuerfachschule: Am Rand der Stadt Springe kommen Prüfungskandidaten aus ganz Deutschland zusammen.
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Sandra Hermes Redakteurin zur Autorenseite

Das Fortbildungszentrum, ausgestattet mit Lehrsälen, Cafeteria und Verwaltungstrakt, wurde speziell für ein störungs- und stressfreies Lernen konzipiert.

Kein Wunder. Die Steuerfachschule ist Norddeutschlands Marktführer bei der qualifizierten Prüfungsvorbereitung im Bereich Steuerrecht und Wirtschaftsprüfung – mit Hauptsitz in Springe. „Wir bieten Grundlagenkurse sowie 12-, 15-, und 18-Wochen-Seminare an“, sagt Geschäftsführer Ingmar Schörck. „Aber nicht nur für Steuerberater, sondern auch für Bilanzbuchhalter, Wirtschaftsprüfer, Steuerfachwirte und Steuerfachangestellte.“

Und: Die Prüfungskandidaten kommen aus allen Bundesländern an den Deister – „wir haben zwar noch weitere Niederlassungen in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und Hannover, aber Springe ist unser best gebuchter Standort“, weiß Schörck. Sich noch weiter zu vergrößern, steht aktuell aber nicht zur Diskussion. „Wir sind zufrieden, so wie es ist.“

Begonnen hat alles im Jahr 1997. „Springe war die Wurzel – dieses Jahr feiern wir 20. Geburtstag“, berichtet der Geschäftsführer. Erst nach und nach hätten sie die weiteren fünf Standorte eröffnet, „weil wir gemerkt haben, dass die Lehrgangswerk-Teilnehmer ihr alltägliches Leben nicht aufgeben wollen und lieber abends in ihr gewohntes Umfeld zurückkehren.“

Nichtsdestotrotz würden sich viele der Prüfungskandidaten bewusst für Springe entscheiden – wegen der Abgeschiedenheit. „Selbst Teilnehmer, die in Berlin oder Hamburg wohnen und das Lehrgangswerk direkt vor der Nase haben, kommen nach Springe“, berichtet der Geschäftsführer. Hier sei man einfach „ab vom Schuss. Kein Partyleben, keine Shopping-Meile, keine Ablenkung – dafür ist man aber mitten im landschaftlichen Erholungsgebiet und die Infrastruktur stimmt auch.“

In den mehrwöchigen Kursen werde viel von den Teilnehmern abverlangt. „Wir haben eine Zwölf-Tage-Woche. Bedeutet, zwölf Tage werden durchgelernt, dann gibt es zwei freie Tage.“ Die Prüfungskandidaten müssten in ihrer Zeit in Springe auf vieles verzichten. „Vor allem auf ihre Familien und Freunde. Zudem kommt der enorme Zeitdruck und die Angst, die Prüfungen am Ende nicht zu bestehen.“ Als Beispiel: Die Durchfallquote bei den Steuerberatern liegt bei mehr als 50 Prozent. Und jeder Kandidat darf nur maximal dreimal zur Prüfung antreten. „Oftmals spielt der familiäre Druck auch eine Rolle – wenn beispielsweise der Sprössling die heimische Kanzlei übernehmen soll“, sagt Schörck.

Er selber hat sich damals auch in Springe auf seine Steuerberaterprüfung vorbereitet. Daher wisse er aus eigener Erfahrung, dass für nächtliche Feierstunden keine Zeit bleibe. „Die Lehrgangswerk-Teilnehmer kommen für ihre Ausbildung hierher und nicht, weil sie unterhalten werden wollen. Ruhe ist das A und O.“ Wenn die Teilnehmer mal den Kopf frei kriegen müssen, „gehen sie für eine oder zwei Stunden ins Mensch Meier, wandern im Deister oder besuchen das Wisentgehege. Das war es dann aber auch schon.“

Wer den mehrwöchigen Kurs in der Steuerfachschule in Springe besucht, muss auch irgendwo schlafen. „Wir haben einen großen Pool an Vermietern, die Zimmer oder Wohnungen zur Verfügung stellen“, berichtet Schörck. Die Zusammenarbeit klappe sehr gut.

Hin und wieder flattere auch mal ein Angebot von Schreibwarenhändlern rein. „Dann erhalten unsere Prüflinge bei ihrem Einkauf zum Beispiel zehn Prozent, was sinnvoll ist bei der Masse an Papier und Stiften, die benötigt wird.“

Den Teilnehmern werde zudem immer empfohlen, während ihrer Lernzeit einen Physiotherapeuten in Springe aufzusuchen. „Das viele Schreiben und Sitzen beansprucht sowohl Rücken, Hände als auch Gelenke.“

Alle bisherigen Teile der Serie sind im Themendossier auf www.ndz.de/magneten abrufbar.

Information

1997 erfolgte die Standorteröffnung in Springe.

25 feste Mitarbeiter sind beschäftigt.

Mehr als 50 freiberufliche Dozenten aus dem gesamten Bundesgebiet lehren in Springe.

Tausende Lehrgangs-Teilnehmer bereiten sich pro Jahr auf ihre Prüfungen vor.

Insgesamt 360 Plätze stehen in den Hörsälen zur Verfügung.

Der größte Hörsaal umfasst 150 Plätze,

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